Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Celler Kunstmuseum: Gedanken in urbanen Text- und Bilderwelten streifen lassen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Kunstmuseum: Gedanken in urbanen Text- und Bilderwelten streifen lassen
17:00 30.09.2016
Celle Stadt

Was spielt sich ab hinter den Fassaden, in den Straßenschluchten, die er einzigartig auf Leinwand gebannt hat? Seine Werke sowie die Lichtkunst von Maik und Dirk Löbbert galt es für die Inszenierung im Kunstmuseum mit Texten zu unterlegen. „Von Städten und Leuchten. Ein Live-Hörspiel“ haben der Dramaturg des Schlosstheaters, Ralph Blase, sowie die beiden Schauspieler Johann Schibli und Marius Lamprecht ihre Performance betitelt.

Beim Hörspiel ist für das Visuelle ausschließlich die Phantasie des Zuhörers gefragt, im Museum wird den zwölf Gästen am Donnerstagabend mit den Exponaten der aktuellen Ausstellungen eine ständig wechselnde Kulisse für den literarischen Spaziergang, wie Blase es nennt, geboten. „Bei der arabischen Nacht von Roland Schimmelpfennig sehe ich im Kopf immer die Hauptperson auf ein Hochhaus zufahren“, erzählt Blase hinterher. Ralph Fleck hat diesem Hochhaus Gestalt gegeben, in fast idealer Weise ergänzen die zu verschiedenen Tageszeiten eingefangenen Fassaden-Ansichten „Die Arabische Nacht“.

Der Dramaturg verrät zu Beginn nicht, von wem die Texte stammen, die von Schibli und Lamprecht an den verschiedenen Stationen vorgetragen werden. „Die Gäste sollen die Gedanken streifen lassen“, gibt er am Start mit auf den Weg.

Der Vorsatz und noch viel mehr gelingen. Vor jedem Exponat entsteht eine intensive, ganz eigene Atmosphäre. Gäste und Darsteller tauchen ein in urbane Welten. Schreibkunst von Kafka, Musil, Brecht, Tucholsky und Jahnn bekommt ein visuelles Gesicht, die bildende Kunst von Fleck und Löbbert verwandelt sich in Worte. Anke Schlicht

Von Anke Schlicht