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Celle Stadt Celler Landkreis-Netz ist kein Selbstläufer
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Landkreis-Netz ist kein Selbstläufer
22:04 25.05.2018
Von Christian Link
ARCHIV - ILLUSTRATION - 13.07.2016, Baden-Württemberg, Bretten: Auf dem Marktplatz wird ein Leerrohrbündel mit Glasfaserkabeln des Breitband-Versorgers BBV gezeigt. Die Fördergelder des Bundes zur Förderung des Breitbandausbaus werden von den Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen nur sehr schleppend abgerufen. (zu dpa: „Kommunen rufen Bund-Fördergelder für Breitband-Ausbau kaum ab „) Foto: Uli Deck/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Quelle: Uli Deck
Celle Stadt

Wer bisher noch keinen schnellen Internetanschluss hat, soll durch das Verlegen zusätzlicher Glaskabel durch den Landkreis sogar einen ultraschnellen DSL-Anschluss bekommen. Am Freitag vermeldete die Kreisverwaltung, dass bereits 3077 Verträge abgeschlossen wurden. Damit ist das Ziel bereits zu 59 Prozent erreicht.

„Wir sind auf Kurs. Wir sind sogar über dem Schnitt. Das heißt aber nicht, dass wir das Ziel schon erreicht haben“, berichtete Daniel Eckardt, der Chef des Eigenbetriebs Breitbandausbau, vorgestern im Betriebsausschuss. Zudem stellte er den Ausschussmitgliedern den gewaltigen Marketingaufwand vor, der bereits für das Landkreis-Netz betrieben wird. Trotzdem herrschte bei den Anwesenden nicht nur Zuversicht.

Mit einem Sponsoring-Aufritt beim Wasa-Lauf Celle fing die große Reklame-Offensive an. 30 Vodafone-Läufer machten auf der Strecke auf „Glasfaser für Celle“ aufmerksam, daneben wurden 12.500 Flugzettel verteilt. Seitdem ist die Werbung für das Landkreis-Netz überall zu finden – auf Plakaten, Trikots, Sportplatz-Banden, Autos und sogar Bussen. Aber auch auf 756 Zapfpistolen oder 220.000 Bäckertüten wird der Glasfaser-Ausbau angepriesen. Und spätestens seit der Postwurfsendung an alle Haushalte am 9. April kann niemand behaupten, er hätte von nichts gewusst.

Doch damit sich der Breitbandausbau auch lohnt, fehlen immer noch mehr als 2000 Unterschriften. Eckardt sieht darin keinen Grund zur Besorgnis. Auch in anderen Landkreisen, wo ähnliche Projekte stattfanden, sei ein großer Teil der Verträge erst kurz vor Schluss unterzeichnet worden. „Uelzen hat die 65 Prozent erst in den letzten Wochen erreicht“, sagte Eckardt und kündigte an: „Vodafone wird im Juni nochmal Gas geben, um die entsprechenden Quoten zu erfüllen.“

Ausschussmitglied Albrecht Hoppenstedt (WG Landkreis Celle) ist skeptisch. Er habe eine ganz große Unsicherheit bei den potenziellen Kunden beobachtet, weil sie nicht wissen, ob auch sie für das Landkreis-DSL in Frage kommen. „Ich spreche mit ganz vielen Leuten, die sagen: Ich bin nicht dabei. Und sie sind doch dabei“, so Hoppenstedt. Vor allem ältere Menschen, die noch nicht so viel mit Internet am Hut haben, müssten ganz gezielt umworben werden – am besten an der eigenen Haustür. Eckardt hält das für unnötig: „Wer aktuell nicht weiß, ob ein Anschluss für ihn möglich ist, der kann das ganz schnell nachprüfen.“ Das sei nicht nur im Internet unter www.vodafone.de/celle möglich, sondern auch bei jedem Vodafone-Händler.

Theoretisch darf der Landkreis sein Internet überall da anbieten, wo nicht schon eine Versorgung mit mehr als 30 Mbit/s besteht. Doch die Praxis sieht anders aus. „Ich habe in Nienhof noch von keinem gehört, dass er 30 Mbit/s erreicht“, sagte Ernst-Ingolf Angermann (CDU). Der Ortsteil von Langlingen gilt aber offiziell als versorgt – behauptet zumindest die Telekom.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann, die auch im Breitbandausschuss sitzt, kennt das Problem. Immer wieder würden Internetanbieter höhere DSL-Geschwindigkeiten melden, als sie tatsächlich anbieten, um öffentliche Anbieter wie den Landkreis Celle auszubremsen. Doch die Regierung werde nachbessern: „Nächste Woche haben wir ein Gespräch mit dem zuständigen Minister, da wird es genau um dieses Thema gehen.“

Stichtag für den Glasfaser-Ausbau ist der 6. Juli. Bis dahin muss die Quote erfüllt – oder zumindest fast erfüllt sein. Nur weil ein paar Verträge fehlen, soll das Projekt nicht scheitern, ließ Eckardt durchblicken. Er zeigte sich auch zuversichtlich, dass es auch eine zweite, dritte und vierte Ausbauphase geben wird. Eckardt: „Wir machen so lange weiter, bis die Versorgung überall bei 100 Prozent liegt.“

Voll möbliert, mit Fernseher, Küche und eigenem Bad ausgestattet und blitzsauber präsentieren sich die Zimmer des Kalandhofs. Eben jener sozialen Einrichtung, in der einige Silbersee-Anwohner nach der Räumung am vergangenen Freitag untergebracht werden sollten. Stattdessen beschwerten sich einige Vorwerker und sprachen von „unzumutbaren Zuständen“. Die CZ nahm das zum Anlass, noch einmal genauer hinzuschauen. Wer lebt eigentlich in der sozialen Einrichtung?

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