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Celle Stadt Celler Landratswahl: Wiswe gewinnt deutlich
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Landratswahl: Wiswe gewinnt deutlich
00:37 26.05.2014
Von Gunther Meinrenken
Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Als Klaus Wiswe um 19.44 Uhr die Zentrale des CDU-Kreisverbandes betrat, waren erst etwa drei Viertel der Wahlbezirke für die Landratswahl ausgezählt. Die gut 20 CDU-Mitglieder, die sich in den Büros in der Westcellertorstraße versammelt hatten, spendeten ihrem Kandidaten dennoch lange andauernden Beifall. Zu deutlich lag der Amtsinhaber da bereits mit 59,9 Prozent vor seinen Mitbewerbern Gerald Sommer (Grüne-SPD) und Albrecht Hoppenstedt (WG). An diesem Zwischenstand sollte sich bis zum vorläufigen Endergebnis (59,85 Prozent) nichts Entscheidendes mehr ändern. Eine Stichwahl wird es nicht geben – der alte und neue Landrat kommt aus den Reihen der CDU und heißt Klaus Wiswe.Mit dem frisch überreichten Blumenstrauß in der Hand versuchte Wiswe, den Jubel seiner Parteifreunde etwas abzuwiegeln. "Wir sind hier nicht auf dem Parteitag", scherzte der Gewinner der Landratswahl, bevor er eine erste kurze Analyse des Erfolges vornahm. "Das ist eine schöne Bestätigung meiner Arbeit", sagte Wiswe, der vor der Wahl zuversichtlich gewesen sei, über 50 Prozent der Stimmen zu erhalten. Das Ergebnis von 59,85 Prozent liegt sogar noch einmal etwa 5,6 Prozent über dem Ausgang der Wahl von 2006.Der Landrat zeigte sich besonders erfreut darüber, dass die hohe Zustimmung in der Bevölkerung zustande kam, obwohl in den vergangenen Jahren einige kontrovers diskutierte Entscheidungen getroffen worden seien. Als Beispiel nannte Wiswe die Schulpolitik. Hier habe man auf Basis einer breiten Mehrheit etwa beschlossen, in Hambühren keine weiterführende Schule mehr anzubieten. Doch selbst hier versagten die Wähler dem Landrat nicht die Gefolgschaft. Wiswe errang in Hambühren 57,2 Prozent.Wiswe konnte es sich nicht verkneifen, eine Spitze gegen seinen Mitbewerber Albrecht Hoppenstedt loszulassen. Dieser hatte den Landrat im Wahlkampf scharf kritisiert, hatte ihm vorgeworfen, nicht zu gestalten, sondern nur zu verwalten. Und das, obwohl er als Fraktionsvorsitzender der WG-Landkreis im Kreistag zusammen mit der CDU eine Mehrheitsgruppe bildet, die oft genug in den vergangenen Jahren den Kurs von Wiswe gestützt hatte. Gestern meinte Wiswe: "Hoppenstedt hat sich den Wählern nicht überzeugend als Alternative dargestellt. Über die Art und Weise des Wahlkampfs bin ich nicht glücklich. Die Zusammenarbeit ist durch die persönlichen Angriffe sicherlich nicht erleichtert worden."Hoppenstedt, der 14,86 Prozent der Stimmen errang, steht nach wie vor zu der "sachlichen Kritik", die ihn dazu motiviert habe, gegen Wiswe zu kandidieren. "Ich gratuliere Wiswe erst einmal zur Wahl. Aber ich bin überrascht, dass der Wähler mit der Arbeit von Wiswe zufrieden ist, ich bin es nicht. Mein Konzept ist gescheitert. Das akzeptiere ich." Er habe mit seinen Ideen überzeugen wollen, dies sei ihm nicht gelungen.Von seinem Ergebnis ist Hoppenstedt selbst enttäuscht. "Sicherlich wäre es utopisch gewesen zu gewinnen. Aber bei den Problemen, die der Landkreis hat und auf die ich hingewiesen habe, hätte ich gedacht, einen größeren Zuspruch zu erhalten", meinte er. Offensichtlich habe Wiswe die Wähler überzeugen können.Als fairer Verlierer präsentierte sich Gerald Sommer, der als gemeinsamer Kandidat von Grünen und SPD ins Rennen um das Landratsamt gegangen war. Die 25,29 Prozent der Stimmen sind ein durchaus ernüchterndes Ergebnis. Wiswe führte an, dass er im Wahlkampf auch von Bürgern, die sonst SPD-Wähler seien, Zuspruch erfahren habe. Ein Indiz dafür, dass es der SPD und den Grünen nicht gelungen ist, die SPD-Wählerschaft für Sommer einzunehmen. Der rot-grüne Kandidat wollte sich dazu vor einer Analyse des Wahlergebnisse nicht äußern."Dass es gegen Wiswe nicht einfach werden würde, war klar. Er hat einen Amtsinhaberbonus", sagte Sommer und fügte ein Brecht-Zitat an: "Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren." Dass sich Sommer möglicherweise mit seinem engagierten Wahlkampf für höhere Aufgaben in der Politik empfohlen hat, kommentierte er nur mit einem: "Das wird die Zukunft zeigen."