Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Celler Landwirte fordern Genehmigung für höhere Wasserentnahmemenge für Feldberegnung
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Landwirte fordern Genehmigung für höhere Wasserentnahmemenge für Feldberegnung
18:18 13.03.2017
Celle Stadt

Die Landwirte sind in 18 Mitgliedsverbänden organisiert, welche wiederum dem Oberverband Feldberegnung im Landkreis und Stadtgebiet Celle angehören. Zurzeit dürfen die Landwirte rund 18,46 Millionen Kubikmeter Grundwasser pro Jahr entnehmen, um ihre Felder zu bewässern. Der Oberverband hat bereits vor Jahren beantragt, dass die Entnahmemenge auf 31,9 Millionen Kubikmeter pro Jahr erhöht wird. Ab 2018 soll die Neuerung im Wasserrecht greifen.

Doch bis zur Genehmigung des Antrags ist es ein langer Weg, denn in einem aufwendigen Gutachten muss nachgewiesen werden, dass genug Grundwasser für die Beregnung vorhanden ist. "Auch in Extremsituationen", betonte Kreisrat Gerald Höhl im Umweltausschuss und spielte damit auf lange Dürreperioden an.

Zurzeit erstellt die Ingenieurgesellschaft Heidt & Peters ein hydrogeologisches Modell. Geschäftsführer Andreas Peters stand den Ausschussmitgliedern zusammen mit Ekkehard Fricke von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen Rede und Antwort. Die beiden Experten waren auf Antrag der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen zu der Sitzung eingeladen worden, um über den aktuellen Stand des Wasserrechtsverfahrens zu informieren.

Peters erläuterte, dass die Wasserentnahme variabel und angepasst an die Bedingungen erfolgt. "Das ist jedes Jahr anders, je nach Witterung", sagte Peters. In 3D-Strömungsmodellen simulieren die Experten verschiedene Entnahmeszenarien und haben dabei die unterschiedlichsten Bedingungen im Blick.

Fricke verdeutlichte mit Statistiken, warum Feldberegnung im Landkreis Celle wichtig ist. Seit 1987 fiel jährlich im Durchschnitt 183 Milimeter Niederschlag zu wenig, gerade die vergangenen Jahre seien deutlich zu trocken gewesen. "Da ist ein klarer Trend festzustellen", sagte Fricke und plädierte eindringlich für eine Erhöhung der zulässigen Wasserentnahmemenge.

Albrecht Hoppenstedt (WG) sah eine Genehmigung kritisch. Für ihn sei es unverständlich, wie man eine Genehmigung für 30 Jahre erteilen könne. Ernst-Ingolf Angermann (CDU) hielt dagegen: "Die Beregnung ist notwendig, um die Qualität für bestimmte Anbauprodukte zu gewährleisten."

Von Amelie Thiemann