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Celle Stadt Celler Landwirte fürchten neue Schweinepest
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Landwirte fürchten neue Schweinepest
18:10 04.02.2014
Von Simon Ziegler
Über verunreinigte Fahrzeuge könnte die Afrikanische Schweinepest nach Deutschland kommen. Heimische Landwirte wie Hinrich Mente in Diesten hoffen, dass sich die Seuche nicht ausbreitet.   Quelle: Udo Genth
Celle Stadt

Nach Auskunft von Ines Hövermann von der Niedersächsischen Landwirtschaftskammer in Bad Fallingbostel gibt es im Kreis Celle 118 Schweinehalter. Davon seien 19 Betriebe, die auch Sauen halten, also in der Ferkelproduktion tätig sind. Bei Ausbruch der Seuche sind die Folgen verheerend, weil dann der gesamte Viehbestand getötet werden muss. Der Deutsche Bauernverband hat die Landwirte dazu aufgerufen, ihre Betriebe vor der tödlichen Krankheit zu schützen. In zwei Regionen Litauens war die gefährliche Tierseuche nachgewiesen worden, die neben Hausschweinen auch Wildschweine befällt.

Zum Glück sei die Krankheit noch weit weg, sagte Mente, der beim niedersächsischen Landvolk auch im Tierseuchenausschuss sitzt. Es sei gut, dass in Deutschland der überwiegende Teil der Schweine in Ställen gehalten werde, das mindere die Gefahr von Ansteckungen. Die Bauern sind dabei, dem Ausbruch der Seuche so gut es geht vorzubeugen. Das heißt: Keine Besuchergruppen in Ställen, noch mehr auf Desinfektion achten, Jäger bringen kein erlegtes Wild in die Nähe der Schweineställe. Zudem sollen Schadnager wie Mäuse und Ratten von den Ställen ferngehalten werden.

Die Afrikanische Schweinepest ist in den vergangenen Jahrzehnten auch außerhalb Afrikas aufgetreten, zuletzt vor allem in Russland. Es ist eine schwere Virusinfektion, Kontakte der Tiere untereinander oder Futter aus Speiseabfällen können Infektionsquellen sein. In Afrika verbreiten auch Zecken die Krankheit weiter. Die Tiere leiden an unterschiedlichen Symptomen wie hohem Fieber oder Atemproblemen und verenden in der Regel innerhalb weniger Tage. Für Menschen ist die Erkrankung ungefährlich.

Am sinkenden Export zum Beispiel nach Russland merken deutsche Bauern die Schweinepest bereits jetzt. Etwa ein Viertel der Schweinefleischexporte aus der EU geht nach Russland. Der Preis ist laut Mente bereits um fünf Cent pro Kilogramm gefallen.

Der Celler Kreisveterinär Dr. Heiko Wessel schätzt die Gefahr derzeit als "sehr mäßig" ein, dass die Afrikanische Schweinepest nach Niedersachsen oder gar Celle gelangt. Das Virus könnte aber beispielsweise durch verunreinigte Tiertransporter schnell verbreitet werden. Sollte die Seuche eines Tages hier ausbrechen, würde das Virus auf eine ungeschützte Population treffen und könnte sich daher rasant ausbreiten.