Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Celler Landwirte suchen Gespräch mit Bürgern
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Landwirte suchen Gespräch mit Bürgern
17:48 22.01.2017
Von Simon Ziegler
Miteinander ins Gespräch kommen: Landwirte informierten am Samstag in der Fußgängerzone über ihre Arbeit. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

In zahlreichen Städten sind Landwirte am Samstag auf die Straße gegangen. "Dialog statt Protest" heißt das Konzept. Bürger und Bauern sollen wieder mehr miteinander reden und weniger übereinander schimpfen, so die Idee. In der Celler Fußgängerzone hatten Landwirte einen Stand aufgebaut, auch über den Wochenmarkt schlenderten die Lebensmittel-Produzenten – und sprachen die Menschen an. Viele Landwirte wollen über ihre Arbeit aufklären. Sie fühlen sich unter Generalverdacht gestellt, wenn es mal wieder um Tierqälerei oder die Nitratbelastung des Grundwassers geht.

Jan-Hendrik Hohls aus Becklingen verdient sein Geld mit Schweinehaltung. "Ich stehe für eine moderne Art der Tierhaltung", sagt er. Die Schweine würden in geschlossenen Räumen hygienisch rein gehalten. Heraus komme ein hervorragendes Lebensmittel. Hohls sagt, er würde "gerne mehr Öko machen". Dann würde aber das Produkt teurer. Viel zu wenige Kunden würden das kaufen. Die Folge für ihn: finanzielle Einbußen.

Hohls wagt einen Vergleich: Wenn VW/Audi nur noch den Q8 produzieren würden, bekämen sie riesige Probleme. Denn die Masse kaufe nun mal Golf oder Polo. Botschaft: Am Kundenverhalten kommt niemand vorbei. Auch nicht die Erzeuger von Lebensmitteln.

Landwirt und Landtagsabgeordneter Ernst-Ingolf Angermann unterstützte die Aktion am Samstag vor Ort. "Ich kenne die Sorgen der Landwirte. Es geht um Familien, die ihre Höfe betreiben. Ziel ist es, miteinander ins Gespräch zu kommen", sagte Angermann. Landvolk-Geschäftsführer Martin Albers sah das genauso: "Wir wollen Dialogbereitschaft zeigen. Wir sind ansprechbar."