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Celle Stadt Celler Luft "kein Problem"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Luft "kein Problem"
14:15 08.06.2012
Von Michael Ende
Thema Luftverschmutzung in Celle Quelle: Peter M¸ller
Celle Stadt

CELLE. An der Celler Luft hat Rolf Dieter Mummenthey von der Zentralen Unterstützungsstelle Luftreinhaltung, Lärm und Gefahrstoffe (ZUS LLG) des Gewerbeaufsichtsamts Hildesheim so gut wie nichts auszusetzen. "Wir haben hier eigentlich kein Feinstaubproblem", sagte der Experte, als er am Donnerstag vor dem Umweltausschuss und dem Altstädter Ortsrat eine modellgestützte Abschätzung der Luftschadstoffbelastung vorstellte. Die Herzogstadt liege in Sachen Feinstaub im oberen und bei der Stickoxidbelastung im unteren Mittelfeld vergleichbarer Städte.

Die auf Messdaten und Computerberechnungen gestützte Untersuchung zeige, dass bei Stickoxiden bei fünf Straßenabschnitte die

Überschreitung des im Jahr 2010 geltenden Grenzwertes von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft ermittelt wurde, so Mummenthey. Am Nordwall, in der Harburger Straße sowie in der Lüneburger Straße würde der Grenzwert nicht immer eingehalten - dies sei aber nicht durch Messungen, sondern lediglich durch Berechnungen belegt: "Die Prognose zeigt, dass die Immissionen zurückgehen, aber der ab 2010 geltende

Grenzwert für Stickoxide von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter auch 2015 in einem Abschnitt am Nordwall nicht eingehalten wird."

Das "Problem" bestehe generell nicht unbedingt darin, dass die Belastungen anstiegen, sondern darin, dass die EU ständig schärfere Grenzwerte diktiere, so der Wissenschaftler: "So manches an diesem Problem erledigt sich durch bloßes Abwarten - zum Beispiel durch die sukzessive Erneuerung der Fahrzeugflotte."

Den Cellern riet er, sich über den Nordwall Gedanken zu machen - zum Beispiel könne man die "Straßenschlucht" aufweiten und mit "Luftschneisen" für Durchzug und mehr frische Luft sorgen, so Mummenthey. Genau das hat die Stadt vor - mit dem beim Nordwall-Ausbau fälligen Abriss der nördlichen Häuserzeile. Mehr Verkehr im Nordwall könne diesen Effekt konterkarieren, so der Experte - allerdings nur, wenn dieser Verkehr nicht ohne größere Stockungen fließe. Die Situation am Nordwall sei "eigentlich ganz komfortabel", sagte Mummenthey: "Da muss man nicht in Hektik verfallen."