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Celle Stadt Celler Mai hatte alles von Frost bis Tropenhitze
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Mai hatte alles von Frost bis Tropenhitze
16:25 02.06.2017
So schön ist es im Mai: Ein Sonnenaufgang zwischen Ahnsbeck und Helmerkamp Quelle: Elena Schrot
Celle Stadt

Nach teils unwetterartigen Gewittergüssen und nochmals 25 Grad am heutigen Samstag wird das Pfingstwetter nicht gerade berauschend sein. Wolken lassen der Sonne wenig Raum und die Temperaturen kommen über 20 Grad kaum hinaus. Am Pfingstsonntag sorgt ein böiger Westwind bei Ausflüglern zusätzlich für Frust. Zumindest in dieser Hinsicht ist am Montag Entspannung angesagt. Immerhin halten sich Regenschauer an beiden Tagen eher zurück.

Die Tage nach Pfingsten: Am Dienstag setzt sich das kühle und wolkenreiche Wetter fort. Ein Englandtief sorgt für reichlich Regen und einen böigen Westwind. Richtung Wochenmitte ziehen die Schauer voraussichtlich ab. Im Gegenzug macht sich ein Sonnenhoch aus Südwesten bei uns breit. An seiner Westseite deutet sich in der zweiten Wochenhälfte ein Warmluftvorstoß vom Mittelmeer an. Dabei sind am Donnerstag und Freitag Höchstwerte von 27 bis nahe 30 Grad möglich. Allerdings steht das freundliche Badewetter auf wackeligen Beinen, denn schon am Freitag nahen wohl Gewitter mit Abkühlung. Wie nachhaltig diese ist, ist noch nicht klar. Es gibt jedoch Anzeichen für eine rasche Rückkehr des Sommers bereits am Wochenende.

Hoher Luftdruck im Mai: Im Mai dominierte oft hoher Luftdruck. Nach einem unterkühlen Start strömte ab dem zweiten Monatsdrittel immer öfter warme Luft aus Südwesten ein, sodass wiederholt teils schwere Gewitter mit lokal heftigen Regengüsse über die Südheide hinweg zogen, die die Messstellen aber oft verfehlten. Am 19. Mai setzte im Umfeld von Gewittertief „Dankmar“ ergiebiger Dauerregen ein. Er brachte dem Nordkreis Mengen um 30 Litern pro Quadratmeter (Faßberg), den südlichen Region deutlich weniger (Celle 16 Liter pro Quadratmeter). Entsprechend war der Mai im Raum Fassberg vielfach zu feucht, Richtung Süden meist zu trocken. Sehr ungewöhnlich war das gleichzeitige Auftreten von Frost- und Hitzetagen (über 30 Grad) im Mai.

Ein Frühjahr der Gegensätze: Späte Kälte und frühe Hitze prägten das Frühjahr. Nach einem der wärmsten Märzmonate seit Beginn der Wetteraufzeichnungen brachte der April herbe Kälterückfälle. Die Pflanzenwelt reagierte auf den milden Frühlingsbeginn mit einer rasanten Blattentfaltung und sehr frühen Blüte. Umso verheerender wirkten sich die leichten bis mäßigen Fröste in der Nacht zum 20. April auf die Vegetation aus.

Die Mitteltemperatur des Frühjahrs in Faßberg war mit 9,1 Grad Celsius um 0,8 Grad höger als im langjährigen Mittel. Der Niederschlag betrug im Faßberger Frühjahr 191 Millimeter, was 122 Prozent des Solls entspricht. 460 Sonnenscheinstunden entsprechen 93 Prozent des Solls. In Cellewar es im Mittel 9,5 Grad und damit um 0,3 Grad zu warm, der Niederschlag von 128 Millimetern entsprach 84 Prozent des Solls und die Sonne schien mit 478 Stunden wie sie sollte.

Von Reinhard Zakrzewski