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Celle Stadt Celler Museen bereiten sich auf neue Saison vor
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Museen bereiten sich auf neue Saison vor
16:56 08.01.2014
Von Simon Ziegler
Walter Friedrich ist mit 91 Jahren der älteste Museumsführer im Wietzer Erdölmuseum - und mit Sicherheit nicht nur dort. Wie in Wietze werden auch im Winser Museumshof (links) und im Albert-König-Museum neue Ausstellungen für die Sommersaison vorbereitet.  Quelle: Anne Friesenborg
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Es sind drei der wichtigsten Museen im Celler Land: das Wietzer Erdölmuseum, der vom Winser Heimatverein getragene Museumshof rund um das Groode Hus und das Albert-König-Museum in Unterlüß. In den Häusern laufen längst die Vorbereitungen für die neue Museumssaison.

Im Erdölmuseum soll in diesem Jahr das lange geplante Geolabor eingerichtet werden. Bis Ende März soll der Raum auf der Galerie oberhalb der Halle fertiggestellt sein. Das Geolabor richtet sich vor allem an Schüler, die dort experimentieren können – auch zu aktuellen Themen wie Benzol oder Fracking sowie zu weiteren Fragen der Geologie in Zusammenhang mit Erdöl und Erdgas. Das Gesamtprojekt kostet rund 110.000 Euro. Das Projekt wird seit drei Jahren geplant, die Verzögerungen begründet Museumsdirektor Martin Salesch mit Schwierigkeiten bei der Ausschüttung der Fördermittel.

Im Frühjahr will das Haus auch eine Ausstellung zur Geologie des Aller-Leine-Tals mit dem Schwerpunkt Erdöl und Kali zeigen. Daneben wird im Erdölmuseum an einer Modernisierung der Dauerausstellung gearbeitet, die im Kern auf das Jahr 1970 zurückgeht. Im Herbst soll eine weitere Sonderausstellung gezeigt werden, der Titel steht noch nicht fest.

Genau 14.525 Gäste fanden im vergangenen Jahr den Weg ins Museum, ein paar Dutzend mehr als im Vorjahr. Mit den konstanten Zahlen kann Salesch gut leben. Mehr Kopfzerbrechen bereitet ihm, dass es immer schwieriger wird, genügend ehrenamtliche Museumsführer zu finden. Im Erdölmuseum leitet sogar ein 91-Jähriger Gruppen durchs Museum: Walter Friedrich.

Im Winser Museumshof will der Heimatverein mit einer Ernst-Barlach-Ausstellung an den Beginn des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren erinnern. Im August und September werden Künstlerflugblätter aus der Zeit des Krieges gezeigt. Außerdem stehen neben einer Vielzahl von anderen Veranstaltungen die Publikumsmagneten Backtag und Oldtimertag auf dem Programm. Anfang September findet der Deutsche Flößertag in Winsen statt.

Mit dem vergangene Jahr sei man rundum zufrieden, sagte der Vorsitzende des Heimatvereins, Heinrich Lindhorst. Höhepunkt war, dass der Museumshof vom Land Niedersachsen offiziell als Museum und damit die Professionalisierung des Heimatvereins anerkannt wurde. Lindhorst schätzt, dass wie im Vorjahr rund 15.000 Besucher gekommen sind. Genaue Zahlen gibt es nicht, weil einige Großveranstaltungen gratis sind und dabei Gäste nicht gezählt werden.

Von diesen Zahlen ist man in Unterlüß weit entfernt. Genaue Besucherangaben des Albert-König-Museums waren kurzfristig nicht in Erfahrung zu bringen. Erfahrungsgemäß kommen jedes Jahr rund 3000 Menschen, um sich Bilder des Malers Albert König anzusehen, der 1881 in Eschede geboren und 1944 in Unterlüß gestorben ist. Museumsleiter Klaus Homann kündigt an, dass sich in diesem Jahr eine Heinrich-Vogeler-Ausstellung mit seinen Jugendstil-Grafiken befassen wird. Außerdem zeigt das Museum eine Pekka-Halonen-Ausstellung. Der Künstler kommt aus Tuusula, der Partnerstadt des Landkreises Celle. Es ist der „Gegenbesuch“ der Finnen, das Unterlüßer Museum hatte 2013 in Finnland ausgestellt.