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Celle Stadt Celler Nachwuchspolizisten schauen hinter die Kulissen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Nachwuchspolizisten schauen hinter die Kulissen
11:53 29.06.2016
Polizist Christian Riebandt zeigt Eileen, wie man Fingerabdrücke nimmt. 28 Nachwuchspolizisten lernten mit dem Ferienpass mehr über die Arbeit der Beamten. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Acht Jungen und Mädchen schauen sich das Fahrzeug von innen an, gegenüber testet eine andere Gruppe das schrille Martinshorn des Polizeimotorrades. Das Hybridauto dagegen ist sehr leise. „Damit fahren wir flüsternd durch die Stadt und keiner hört uns kommen“, erläutert Christian Riebandt, Beauftragter für Kriminalprävention, den Kindern. Die Gruppe untersucht den Kofferraum mit retroreflektierenden Hütchen, probiert Signallampen aus und lernt den sogenannten „Kuhfuß“ kennen, mit dem man eingeschlagene Nägel herausziehen kann.

Drei Polizisten spielen mit den Kindern eine Entführung an der Schule nach, stellen die W-Fragen vor und besprechen, wie man einen Notruf absetzt. Anschließend simuliert die Gruppe einen Einbruch und den Diebstahl eines Sparschweins. Mit einem Pinsel, einer Folie und einer Taschenlampe aus dem Spurensicherungskoffer suchen die Nachwuchspolizisten am Fensterrahmen nach Fingerabdrücken.

„Alles geben und immer an das Team denken,“ so fasst Karsten Wiechmann, Kontaktbeamter in der Polizeiinspektion Celle, wesentliche Qualitäten eines Polizisten zusammen. Im Trainingsraum übt er das mit den Kindern in einem Ballspiel, in dem es auf Teamarbeit ankommt. Danach zeigt er ihnen den Stoppsatz: In abwechselnden Rollen nähern sich Mädchen und Jungen einander in bedrohlicher Weise, bis einer von beiden laut „Stopp“ ruft und damit den Übungspartner abschreckt.

Der neunjährige Jacob hat sich am meisten auf die Hundeführer gefreut: „Ich glaube, Schäferhunde haben die beste Nase.“ Auch die gleichaltrige Lara hat diese Vorführung am besten gefallen, „weil der Hund richtig gut gehorcht hat“. Der belgische Schäferhund Tico hat eine einjährige Grundausbildung durchlaufen, bevor er zu einem Spezialhund ausgebildet wurde. In einem Rollenspiel findet er innerhalb einer halben Minute den Schlüssel, den der „Dieb“ in das Gras fallen lassen hat. Und wenn der Täter noch vor Ort ist, jagt der Hund ihn zielsicher und gibt ihn erst frei, wenn sein Diensthundeführer Marcus Bleikamp ihn dazu auffordert. Zur Belohnung lässt Bleikamp Tico mit einem Spielzeug toben.

Die Kinder hören aufmerksam zu, als Wiechmann ihnen vor den Zellen die Handschellen und Fußfesseln demonstriert. Anschließend gehen alle in eine Zelle und Wiechmann schließt für einen Moment die Tür. „Hier möchte ich nicht eingesperrt sein“, kommentiert die neunjährige Jaana den beengten, halb dunklen Raum.

Schließlich erwartet die Kinder noch ein Quiz und Doris Adlung, Beauftragte für Jugendsachen, erklärt, wie sie auch ohne Dienstuniform als Polizistin zu erkennen ist: „Wer sich nicht ganz sicher ist, ob ein Polizist vor einem steht, der vergleicht die Nummer auf der Dienstmarke mit der Nummer auf dem Dienstausweis.“

Von Marlene Schlüter