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Celle Stadt Celler Ölfeldausrüster trotz Krise auf Expansionskurs
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Ölfeldausrüster trotz Krise auf Expansionskurs
17:31 25.01.2017
Von Michael Ende
Baker Hughes will sich auf dem Feld zwischen Bohrsimulator und Apfelweg, das auf diesem Luftbild in der oberen rechten Ecke zu erkennen ist, vergrößern. Quelle: Thomas Brandt
Celle Stadt

Nach der gefloppten Übernahme durch das Ölserviceunternehmen Halliburton im April 2016 „will und muss sich das Unternehmen Baker Hughes in seinen Kernkompetenzbereichen weiterentwickeln und den Betriebsstandort Celle sichern und stärken“, heißt es im städtischen B-Plan-Entwurf. Nun werde man die Voraussetzungen geschaffen, dass das Unternehmen seine Betriebsfläche noch einmal um bis zu fünf Hektar erweitern könne, hatte Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) jetzt beim Neujahrsempfang für die Celler Wirtschaft gesagt: „Für das Unternehmen und damit auch für die Stadt ist dies von großer strategischer Bedeutung. Denn in dem sich anbahnenden Zusammenschluss mit General Electric wird dies im Konzernverbund ein Standortvorteil für den Forschungs- und Entwicklungsbereich von Baker Hughes sein. Ich habe ohnehin den Eindruck, dass die Verbindung zu GE deutlich positiver gesehen wird als seinerzeit die geplante Übernahme durch Halliburton, die ja scheiterte. Ich hoffe, dass in dieser Sichtweise mehr als nur Zweckoptimismus steckt, denn heute kann wohl noch niemand verbindlich beschreiben, was die Bildung einer neuen Firma unter dem Dach von GE für Celle wirklich bedeuten wird.“

Was genau Baker Huges auf der neuen Fläche bauen will, ist im Rathaus nicht bekannt. „Wir wissen nicht verbindlich, wie Baker Hughes die Flächen mit der Zeit nutzt“, so der städtische Pressesprecher Wolfgang Fischer. „Zunächst einmal geht es aus konzernstrategischen Gründen um die Schaffung von Reservebauland, um im internen Konzernwettbewerb gute Chancen zu haben, am Standort Celle zu wachsen.“

Die neue Fläche soll in direkter Nachbarschaft der Ostumgehung ausgewiesen werden, die sich hier in ungeahnte Höhen empor schrauben soll, so der Planentwurf: „Wesentlich ist in diesem Zusammenhang, dass die neue Straßentrasse in Dammlage sowohl die Braunschweiger Heerstraße wie auch die Baker-Hughes-Straße überqueren wird. Dieser Straßendamm soll nordöstlich des Plangebietes durch den Apfelweg überquert werden. Das entsprechende Brückenbauwerk dafür wird dann von noch höheren Dämmen oder Rampen flankiert werden.“

Der neue Baker-Hughes-Bebauungsplan „Gewerbegebiet Apfelweg Süd“ liegt im Überschwemmungsgebiet der Aller. „Aufgrund der städtebaulichen Zwänge und des Fehlens von Alternativen zur Erweiterung des Gewerbebetriebes außer in Richtung Osten, wurde eine Ausnahme von dem Verbot der Neuausweisung von Baugebieten in Überschwemmungsgebieten beantragt und genehmigt“, so die Verwaltung. Das Areal solle aufgeschüttet und so hochwasserfrei gemacht werden: „Der dadurch verlustig gehende Retentionsraum ist bereits pauschal im Rahmen von Abgrabungen an der Aller im Bereich Theewinkel Osterloh, südöstlich des Stadtgebietes, ausgeglichen worden.“

Im Bereich des zukünftigen Gewerbegebiets haben Biologen fünf Fledermausarten nachgewiesen. Anders als bei der Ostumgehung sollen diese Flattermänner den Bauplanungen allerdings nicht in die Quere kommen.

Der Bebauungsplan „Gewerbegebiet Apfelweg Süd“ steht auf der Tagesordnung der Sitzung des städtischen Bauausschusses, die am Donnerstag, 26. JHanuar, um 17 Uhr im Neuen Rathaus beginnt.