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Celle Stadt Celler Onko-Forum erneut mit Defizit
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Onko-Forum erneut mit Defizit
12:10 03.06.2017
Von Gunther Meinrenken
Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle Stadt

Dennoch möchte Pressesprecher Fritz Gleiß die Situation „nicht dramatisieren. Wir haben unser Spendenaufkommen gleichzeitig um fast 50 Prozent auf 435.000 Euro gesteigert“. Viel mehr gehe wirklich nicht, so Gleiß, der allerdings Licht am Horizont der Finanzmisere sieht. So habe das Onko-Forum einen Fachpflegedienst für die Spezialisierte ambulante Palliativversorgung ausgegründet. Die Stiftung Celler Netz habe in Aussicht gestellt, mit diesem einen Vertrag abzuschließen. Damit können die Leistungen, die das Onko-Forum in diesem Bereich anbietet, künftig auch abgerechnet werden. Und das würde letztlich auch zur finanziellen Entspannung beitragen.

Gleiß teilt außerdem mit, dass das Onko-Forum zwei Klagen zurückgezogen habe. Zum einen verfolge man nicht weiter, vor Gericht eine eigene Zulassung für eine Spezialisierte ambulante Palliativversorgung vom Verband der Ersatzkassen (VDEK) zu erstreiten. Im Raum Celle hat lediglich die Stiftung Celler Netz eine solche Zulassung, „und die VDEK hat deutlich signali-siert, dass das auch so bleiben solle“, meint Gleiß. Ebenfalls zurückgezogen hat das Onkologische Forum eine Klage gegen die Landkreisverwaltung. Die habe einen institutionellen Zuschuss von 10.000 Euro davon abhängig gemacht, dass das Onko-Forum seinen Disput mit der Stiftung beilege, so Gleiß.

Neu gewählt hat das Onkologische Forum auf seiner Versammlung auch seinen Vorsitzenden. Der langjährige Vorstandsvorsitzende Manfred Lux trat aus gesundheitlichen Gründen in die zweite Reihe und schlug als Nachfolger Gerd Molsen vor, den die Versammlung einstimmig wählte.

Das „Onkoforum“ versorgt jährlich über 1000 schwer kranke Menschen und ihre Angehörigen aus Celle und dem Landkreis kostenlos mit ambulanter Krebsberatung und einem ambulanten Palliativdienst. Die drei Psychoonkologinnen der Krebsberatungsstelle (KBS) berieten im vergangenen Jahr 560 an Krebs Erkrankte und 375 Angehörige – insgesamt fast 250 Menschen mehr als im Vorjahr. Darunter befanden sich 44 Familien mit zusammen 83 Kindern. Vier der Kinder sind selbst an Krebs erkrankt.

Der Ambulante Palliativdienst begleitete 2016 440 Patienten mit schweren Leiden. Das waren zwar rund zehn Prozent weniger als im Vorjahr, zugleich aber verlängerte sich die durchschnittliche Begleitdauer von einem Viertel- auf fast ein halbes Jahr.