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Celle Stadt Celler Ostumgehungs-Planung nächste Woche vor OVG
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Ostumgehungs-Planung nächste Woche vor OVG
16:32 15.04.2016
Von Michael Ende
Celles „Unvollendete“: Wird der Stumpf der Ostumgehung bei Altencelle zur Sackgasse oder darf nach jahrelangem Stopp weitergebaut werden? Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Im Jahr 2012 hatte das OVG den Sofortvollzug des Mittelteil-Baus außer Kraft gesetzt, weil es noch Details zu klären gelte. Die Planer mussten nacharbeiten. Bernd-Wilhelm Winkelmann, Leiter der Projektgruppe Ortsumgehung Celle bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, geht davon aus, dass das OVG grünes Licht für die jetzigen Planungen geben wird. Was wäre, falls seine Pläne vor dem OVG durchfielen? Winkelmann: „Darüber habe ich noch nicht näher nachgedacht, weil ich es für sehr unwahrscheinlich halte. Einen Plan B gibt es nicht." Winkelmann ist überzeugt: „Die Ortsumgehung wird weiter gebaut.“

Das möchte Wolfgang Maurer von der "Interessengemeinschaft Alternative Ostumgehung" verhindern. Er hofft, dass die OVG-Entscheidung dazu beiträgt, die jahrzehntelangen Diskussionen zu beenden, die mit „zum Teil heftigen Anfeindungen gegenüber den Verhinderern geführt“ worden seien: „Wenn das OVG die beklagte Straßenbauplanung aufhebt, dann wird der Weg freigemacht für neue Planungen. So halten wir eine echte Umgehungsstraße, die östlich um die Ortsteile Lachtehausen, Altenhagen und Hehlentor herumführt, nach wie vor für die bessere Alternative.“ Einen Tipp zum Ausgang des OVG-Verfahrens wagt Mauer nicht: „Vor Gericht und auf hoher See ist man nur in Gottes Hand.“

Annegret Pfützner, die für die Grünen im Kreistag sitzt und mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegen „eine neue Raserstrecke für die großen, schweren Rennreise-Limousinen“ klagt, hofft darauf, dass die Richter den Planern einen Strich durch die Rechnung machen: „Ich tippe, dass das Gericht die fehlerhafte Planung, die offenkundig gegen bestehende gesetzliche Vorgaben verstößt, stoppen wird. Wenn die Ostumgehung an der B 214 enden würde, müsste diese unsägliche Kreuzung verändert und umgebaut werden. Sie setzt auf eine „Westumgehung“ – also auf eine von Experten als „unmöglich“ eingestufte Variante, die bereits schon richterlich verworfen wurde.

"Ich bin immer dafür, Zuversicht zu zeigen. Und deshalb hoffe ich auf ein 'Ja' zum Bau", sagt der Celler SPD-Landtagsabgeordnete Maximilian Schmidt. Eine OVG-Entscheidung gegen das Vorhaben wäre ein "für Celle und die gesamte Region fatales Signal".

Optimistisch ist auch der Celler CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Adasch: "Nach den erfolgten Vorarbeiten der Straßenplaner und der Planfeststellungsbehörde erwarte ich eine positive Entscheidung des OVG. Mit einem positiven Entscheid wäre die Landesregierung anschließend in der Lage und auch in der Pflicht, den Weiterbau der Ostumgehung zügig voranzutreiben." Die Ostumgehung müsse weitergebaut werden: "Für die Entlastung der Celler Bürger, aber auch für die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Alles andere wäre eine Katastrophe."

Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) möchte keine Wette auf das bevorstehende Urteil abschließen: "Es ist eine der wichtigsten Entscheidungen für die Verkehrssituation in der Stadt, die Lärmimmission, das Lebensgefühl in der Stadt, aber eben auch für den gesamten Landkreis und seine Anbindung in Richtung Hannover." Für Mende sei es wichtig, wie es nach einem – natürlich positiven – Urteil weitergehe: "Die B 3 Neu steht im vordringlichen Bundesverkehrswegeplan, so dass ich davon ausgehe, dass Bund und Land das Signal des OVG schnellstmöglich umsetzen und der nächste Abschnitt begonnen werden kann."