Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Celler Pastoren bei den Castoren
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Pastoren bei den Castoren
17:09 01.11.2010
Vorbereitung auf die Ankunft des Zuges mit den Castor-Behältnern: Burkhard Schulz, Uwe Schmitt-Seffers, Christine Rüegg-Hermes und Antje Seelemeyer (kleines Bild, von links) haben in Hitzacker ein Anti-Gewalt-Training absolviert. Quelle: Fremdfotos / Texte Eingesandt
Celle Stadt

In der vergangenen Woche haben die vier Celler Pastoren Christine Rüegg-Hermes, Antje Seelemeyer, Burkhard Schulze und Uwe Schmidt-Seffers ein Anti-Gewalt-Training in Hitzacker absolviert. Die Geistlichen bereiten sich damit auf ihren Einsatz während der Castor-Transporte ins Wendland vor. Dort werden sie über das kommende Wochenende hinaus als Deeskelationsteam im Einsatz sein. Insgesamt 72 Pastoren von Hamburg bis Hameln werden abwechselnd im Wendland in ihren weißen Seelsorger-Westen unterwegs sein.

Während des Anti-Gewalt-Trainings zeigten Ausbilder den Celler Pastoren, in welche Situationen sie während der Demonstrationen geraten können. „Es war sehr hilfreich, dass wir bestimmte, von Gewalt geprägte Situationen in Rollenspielen durchgearbeitet haben und uns erfahrene Kollegen zur Seite standen“, sagt Antje Seelemeyer. Zudem haben die Pastoren eine Einführung in die Struktur der Sicherheitskräfte bekommen.

Am ersten Novemberwochenende sind die Gesitlichen in Deeskalationsteams an den Brennpunkten unterwegs. „Wir sind ansprechbar für alle, die seelsorgerischen Beistand benötigen“, erläutert Schmidt-Seffers die Aufgabe. Ob Wut, Ohnmacht oder Angst: „Die Menschen dort müssen mit einer Flut von Gefühlen zurecht kommen“, sagt der Pressesprecher des Celler Kirchenkreises. Um ihre Aufgabe erledigen zu können, haben die Pastoren das Privileg, sich frei bewegen zu können – auch in für Demonstranten gesperrte Gebiete.

Zudem haben die Konfliktmanager und Seelsorger die Aufgabe, darauf zu achten, dass von beiden Seiten die Verhältnismäßigkeit gewahrt wird. „Wo es nicht gelingt, gewalttätige Auseinandersetzungen zu verhindern, sind wir aufgerufen, Gewaltanwendungen sowohl von den Demonstranten als auch von der Polizei zu dokumentieren“, erläutert Burkhard Schulze, Pastor in der Blumlage.

Auch die Polizei im Wendland bereitet sich derweil intensiv auf den Transport der Castor-Behälter mit hoch radioaktivem Atommüll nach Gorleben vor. Angesichts der geplanten Laufzeitverlängerung für die deutschen Kernkraftwerke rechnet die Anti-Atomkraft-Bewegung mit großem Zulauf während der Proteste. Die Polizei richtet sich auf eventuelle Sabotage-Aktionen ein.

Von Christian Uthoff