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Celle Stadt Celler Pilotveranstaltung zum Thema Gesundheit
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Pilotveranstaltung zum Thema Gesundheit
15:13 06.03.2017
Vertreter verschiedener sozialer Einrichtungen versorgten die Besucher mit Material: (von links) Jahide Berro, Ingrid Mumm, Suzan Yilmaz und  Roseline Agda-Tschorn. Quelle: Michael Schäfer
Celle Stadt

„Es geht um Integration“, erläuterte die Landeskoordinatorin für Aids, Kinder und Familie Ingrid Mumm, während ihr Mitinitiator Ulrich Mennecke von der Celler Aidshilfe mit seinem Statement das Thema Gesundheit im Blick hatte: „Es ist nicht nur die Sprache, sondern auch das Verständnis von medizinischer Versorgung, die viele Migranten ratlos vor unserem Gesundheitssystem stehen lassen.“

Hier für Aufklärung zu sorgen, spiegelt sich im Programm für die rund 40 Frauen und Männer aus dem Iran, Syrien, Irak und Afghanistan nicht wider. Die deutsch-syrische Referentin Susan Bagdach informierte in ihrem interaktiven Vortrag über „weibliches Körperwissen“, versuchte „die selbstbestimmte Sexualität und die Solidarität unter Frauen insgesamt zu stärken“. Das Herzstück des Männerprogramms bildete ein Erste-Hilfe-Kursus der Malteser, der mit größter Konzentration verfolgt wurde. Konkrete Fragen hatten nur zwei der Teilnehmerinnen am Frauengesprächskreis mitgebracht.

Ein Thema, das auf großes Interesse stieß, war die Finanzierung von Verhütungsmitteln. Was einzelne Besucher aus der Veranstaltung mitnahmen, ließ sich auch aufgrund der Kommunikationsbarrieren nur schwer in Erfahrung bringen. „Nur wegen der Sprache“, antwortete Jahide Berro aus Syrien auf die Frage, ob das deutsche Gesundheitswesen sie vor große Herausforderungen stelle. Auch in ihrer Heimat gab es ein staatlich finanziertes System.

Das Bestreben, alle Angebote zur Information über die unterschiedlichsten Themen in der neuen Heimat wahrnehmen zu wollen, gehörte zu den eindeutigsten Aussagen am Ende des ersten interkulturellen Familiengesundheitstages in Celle, dessen Charakter sich mit Menneckes zweiter Eingangsbemerkung, „das ist hier alles experimentell“, treffend umreißen lässt.

Von Anke Schlicht