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Celle Stadt Celler Politik will rasche Entscheidung über E-Center-Vorhaben
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Politik will rasche Entscheidung über E-Center-Vorhaben
16:42 31.08.2017
Von Michael Ende
Quelle: Thomas Brandt
Celle Stadt

FDP-Fraktionsvorsitzender Joachim Falkenhagen zeigt sich wenig beeindruckt von den Argumenten, Schuldzuweisungen und vom neuen Gutachten, mit denen Cramer in letzter Sekunde eine Vertagung der jüngsten Bauausschuss-Sitzung und somit einer Entscheidung über sein Projekt erwirkt hatte: "Neuigkeiten" scheine Cramer nicht mitgeteilt zu haben: "Der ehemalige SPD-Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende war bereits einmal soweit, die Planungen zu stoppen. Jetzt steht sein Nachfolger vor der Frage, einen Schlussstrich zu ziehen. Das sollte im Interesse unserer Altstadt schnell geschehen.“

Völlig anderer Meinung ist die SPD. „Unsere Fraktion begrüßt die Investitionen insbesondere auch wegen der mangelhaften Versorgungslage im Wohnquartier Altstadt-Blumlage – was einen Frischemarkt und Vollsortimenter betrifft – sowie wegen diverser neuer Arbeitsplätze und neuer stadtnaher Wohnungen,“ so Jürgen Rentsch, Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung. „Das Cima-Gutachten unterstreicht deutlich, dass die Ansiedlung dieses Marktes positive Folgen für die Innenstadtentwicklung mit sich bringen wird,“ ergänzt die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Inga Marks.

Die Verwaltung könne ihre städtebaulichen Bedenken gegen Cramer nur mit "Mutmaßungen" begründen, so Stephan Ohl (Grüne). "Auch eine Verlagerung des Penny Marktes führt zu keinen neuen städtebaulichen Aspekten. Eine bedrohliche Konkurrenz für den Einzelhandel in der Altstadt war und ist völliger Unfug. Durch das innenstadtnahe Parkhaus findet eher eine Win-Win-Situation statt. Wir brauchen keinen weiteren Investorenwettbewerb." Stattdessen solle man das Cramer-Vorhaben schnell realisieren.

"Obwohl wir von Anfang an keinerlei Interesse am Cramer-Projekt hatten, halten wir es für einen ganz schlechten Stil, dass nach all den bereits geleisteten Investitionen und Planungen ohne Anhörung des Investors das Projekt gestoppt werden soll", so Oliver Müller (BSG).

Beschlüsse zu verschieben, wenn neue Argumentationen eine weitere Beratung erforderlich machten, sei in der Ratsarbeit nicht unüblich, so Michael Bischoff (CDU): "Auch Herr Cramer hat Anspruch darauf, dass sich die Fraktionen vor einer Beschlussfassung mit den vom ihm vorgelegten Unterlagen beschäftigen. Ob seine Argumentation allerdings reicht, um den Kurs der CDU-Fraktion um 180 Grad zu drehen, wage ich nach Durchsicht der Unterlagen zu bezweifeln." Es reiche nicht, alle Schuld nur bei der Bauverwaltung zu suchen, und es reiche auch nicht, die Unterschrift der Stadt Celle unter einen Grundstückskaufvertrag zu setzen, ohne dass die Details des Ausführungsvertrages bekannt seien: "Wer sich diesen Forderungen von Cramer und Jörg Rodenwaldt von der SPD anschließt, handelt grob fahrlässig und nicht im Interesse der Stadt. Herr Mende von der SPD hatte 2014 mehr politischen Instinkt als die heutige SPD-Fraktionsführung, als er seinerzeit den Ausstieg aus dem Cramer-Projekt vorschlug."

Für Unabhängigen-Fraktionschef Udo Hörstman ist klar, dass Cramer die Politik mit zum Teil falschen Behauptungen "verunsichern" und "erpressen" wolle: "Ich mache kein Hehl daraus, dass wir die Entwicklung eines Konkurrenzzentrums rund 200 Meter Luftlinie von der Innenstadt entfernt von Anfang an abgelehnt haben und auch weiterhin zu unserer Meinung stehen." Nun sollte schnellstmöglich eine Wohnbebauung für die Ecke Wehlstaße/77er Straße angeschoben werden.