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Celle Stadt Celler Rats-SPD sucht verzweifelt neuen Fraktionschef
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Rats-SPD sucht verzweifelt neuen Fraktionschef
19:16 20.12.2017
Von Gunther Meinrenken
Kann sich den Kampf um seine Nachfolge entspannt anschauen: Ex-SPD-Fraktionschef Jörg Rodenwaldt. Quelle: David Borghoff
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In der zwölf Mitglieder umfassenden SPD-Fraktion sind die meisten potenziellen Kandidaten entweder zu alt, zu blass, zu unerfahren, zu unbeliebt oder zu beschäftigt.

Während nach Aussage eines SPD-Ratsmitglieds "die ersten schon wunde Finger vom Telefonieren haben", beschäftigt sich die Fraktion erst Mitte Januar zum ersten Mal offiziell damit, einen Nachfolger für Rodenwaldt zu finden. "Im Vorfeld des Jugendhilfeausschusses am 17. Januar gibt es am 15. Januar eine Fraktionssitzung. Dort werden wir intern darüber sprechen, wer bereit wäre, den Posten zu übernehmen", erklärt Reinhold Wilhelms aus dem jetzigen Fraktionsvorstand. Zum 31. Januar möchte man einen "vollfunktionsfähigen Fraktionsvorstand" präsentieren.

Zu alt: Nachdem Rodenwaldt für den Posten nicht mehr zur Verfügung steht, könnten es die beiden Ratsherren mit der längsten Erfahrung richten. Die Rede ist von Wilhelms und Joachim Schulze. Doch beide winken ab. Wilhelms findet sich selbst zu alt, Schulze führt zudem gesundheitliche Gründe an. "Ich habe es nicht mehr nötig, Pöstchen zu ergattern. Wir müssen der CDU auf Augenhöhe begegnen, aber das werde ich nicht in der ersten Reihe tun."

Zu blass: Wenig Führungsqualitäten haben bisher Antoinette Kämpfert, Gerda Kohnert, Ute Rodenwaldt-Blank und Elmast Süzük bewiesen. Die Hinterbänklerinnen gelten als zu blass für den Posten.

Zu unerfahren: Michael-Niklas Rühe gilt als potenzieller Kandidat, aber erst in ein paar Jahren. "Der muss erst einmal Erfahrung in der Ratsarbeit sammeln", heißt es in SPD-Kreisen.

Zu beschäftigt: Patrick Brammer wird von einigen Fraktionsmitgliedern als Wunschkandidat genannt. Doch er selbst möchte nicht. "Ich würde es mir zutrauen, aber ich mache es nicht. Ich bin berufstätig, habe Familie. Das ist für mich nicht zu leisten."

Zu unbeliebt: So bleiben nur noch Inga Marks, Christoph Engelen und Jürgen Rentsch übrig. Ihnen wird die Aufgabe durchaus zugetraut. Das Problem: Sie alle haben sich in der Vergangenheit selbst ins Aus geschossen. Marks gilt als zu unberechenbar. Viele SPD-Mitglieder haben ihr immer noch nicht die Posse um ihre "entführte" Rathausköniginnen-Scheibe verziehen, die sie als verlustig gemeldet hatte, obwohl sie diese selbst mit nach Hause genommen hatte.

Engelen "hat die Partei in einer wichtigen Phase im Stich gelassen", so ein SPD-Funktionär in Anspielung darauf, dass Engelen im Spätsommer mitten im Wahlkampf den Vorsitz im Ortsverein niedergelegt hatte. Außerdem stößt es einigen Sozialdemokraten auf, dass er es arrangiert hat, den Sitz der gewählten Gudrun Jahnke im Celler Rat zu übernehmen.

Und Rentsch: Der war schon einmal Fraktionsvorsitzender. Viele attestieren ihm, damals intern gute Arbeit geleistet zu haben, die Außenwirkung des als "spröde und technokratisch wirkenden Rentsch" blieb aber sehr deutlich hinter den Erwartungen zurück. In einer Zeit, als der ehemalige Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) als Zugpferd der Partei fungierte, war das nicht entscheidend, doch nun "braucht die Fraktion jemanden, der Profil zeigt", heißt es. Und das traut Rentsch niemand so richtig zu.