Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Celler SPD: Interner Streit zur Unzeit
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler SPD: Interner Streit zur Unzeit
19:05 23.03.2015
Von Gunther Meinrenken
Jörg Rodenwaldt Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle Stadt

Schriftführer zurückgetreten, stellvertretender Vorsitzender zurückgetreten – das ist die ernüchternde Bilanz der Mitgliederversammlung des Celler SPD-Ortsvereins. Am vergangenen Samstag wollten die Sozialdemokraten der Residenzstadt eigentlich mit einer Satzungsänderung ein Signal für den Aufbruch setzen. Es kam das genaue Gegenteil heraus. Ein ungünstiger Moment: 18 Monate vor der Kommunalwahl beherrscht interner Streit die Partei.

Mitgliederschwund und Überalterung sind die Probleme, mit denen freilich nicht nur die SPD in Celle zu kämpfen hat. Die Partei wollte sich neu aufstellen. Vorsitzender Christoph Engelen, der wegen einer Erkrankung an der Mitgliederversammlung nicht teilnahm, bedauert das Ergebnis der Abstimmung. "Die Satzung sollte so verändert werden, dass wir noch schlagkräftiger und effizienter werden. Die Struktur innerhalb der SPD mit ihren Abteilungen ist nicht mehr zeitgemäß", so Engelen. Darauf sollte mit der Satzungsänderung reagiert werden.

Im Ortsverein gibt es sechs Abteilungen. Jede hat ihren eigenen Vorstand. "Das bedeutet quasi sieben Vorstände, die 350 Mitglieder verwalten. Das geht besser", sagte Engelen und verwies darauf, dass daher bereits seit 15 Monaten an einer Satzungsänderung gearbeitet worden sei. Auf zwei Mitgliederversammlungen seien Zwischenergebnisse präsentiert worden, auch die Vorstände der Abteilungen seien regelmäßig informiert und auch eingebunden worden. "Alle sechs Abteilungsvorstände hatten den Wunsch geäußert, an der Struktur etwas zu verändern", teilte Engelen mit.

Doch bei der Mitgliederversammlung am Samstag blieb die Diskussion bei der vorgesehenen Abschaffung der Abteilungen, an deren Stelle informellere Stadtteilgruppen treten sollten, stecken. In einem anonymen Brief an die CZ wird namentlich Inga Stephan, Vorsitzende der SPD-Abteilung Hehlentor-Vorwerk-Lachtehausen, als treibende Kraft der "Gegenwehr" einer Satzungsänderung genannt. "Wir sind nicht gegen eine Satzungsänderung, sondern haben lediglich weiteren Diskussionsbedarf, ob man auch auf einem anderen Weg die SPD in Celle stärken kann", sagte Stephan. Der noch während der Sitzung vom Amt des stellvertretenden Vorsitzenden zurückgetretene Jörg Rodenwaldt wollte sich zu seinen Motiven nicht äußern.

Wie es jetzt weitergehen soll mit dem SPD-Ortsverein, ist unklar. Vorsitzender Christoph Engelen, der die Strukturänderung "für wichtig und notwendig" hält, hat gestern Abend zu einer internen Besprechung zu sich nach Hause eingeladen. "Öffentliche Verlautbarungen aus diesem Gespräch wird es voraussichtlich nicht geben", kündigte er an.

Maximilian Schmidt, SPD-Landtagsabgeordneter und designierter Vorsitzender des SPD-Unterbezirks, hält den Zwist seiner Celler Parteifreunde für mehr als unnötig. Das lässt er zumindest deutlich durchblicken. "Es war schon immer die Stärke der SPD, die innerparteiliche Solidarität zu pflegen", so Schmidt.