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Celle Stadt Celler SPD: Nigge hat Latte zu hoch gelegt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler SPD: Nigge hat Latte zu hoch gelegt
18:42 08.06.2017
Von Gunther Meinrenken
Jörg Nigge Quelle: Michael Schäfer
Celle Stadt

"Haushaltschaos, übereilte Personalpolitik, verpasste Zukunftschance beim Sporthallenbau, Stillstand in der Innenstadt, mangelndes Politikverständnis und unzureichende Einbindung von Ortsräten in die Entscheidungsprozesse der Stadt" sind die sieben Punkte, die nach Meinung der SPD hervorstechen. So bemängelt Rodenwaldt, dass Nigge noch immer nicht schlüssig dargelegt habe, wie nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt aus einer "schwarzen Null" ein Defizit von etwa 2,6 Millionen Euro werden konnte.

Dass Kämmerer Thomas Bertram schon vor mehr als zwei Monaten diese Entwicklung mit Nachzahlungen zur Pensionskasse und weiteren Ausfällen der Gewerbesteuer erklärt und darauf hingewiesen hatte, dass sich das Defizit seit Januar angedeutet habe und die Politik schon vor Nigges Amtsantritt über den Stand der Dinge unterrichtet gewesen sei, reicht Rodenwaldt offensichtlich nicht. Er wundert sich stattdessen, dass der neue OB im Alleingang in Verhandlungen mit den Kleingärtnern eine Pacht aushandele, die nur die Hälfte des von der Politik erwarteten Betrages einbringen werde.

Für übereilt und unpräzise habe die SPD die Ausschreibung für die Nachfolge von Stadtrat Stephan Kassel gehalten, so Rodenwaldt. Der Schnellschuss habe Folgen gehabt: Die Stelle habe zum 15. Juli nicht besetzt werden können und müsse nun erneut ausgeschrieben werden. Viel Vertrauen habe Nigge außerdem bei den Mitarbeitern des Bauhofs verspielt durch die überflüssige Standortdebatte.

Die Vorwürfe von Rodenwaldt und Schulze spitzen sich vor allem bei der Sportpolitik zu. Stichwort: Neubau der abgebrannten Halle am Schulzentrum Burgstraße. "Nigge hat die Gespräche mit Landrat Klaus Wiswe von sich aus abgebrochen. Anstatt die Chance zu nutzen, für Celle eine kostengünstige und erstligataugliche Dreifeldhalle zu erhalten, zieht der Oberbürgermeister sich aus der Verantwortung zurück. Der Celler Sport zieht wieder den Kürzeren", so Rodenwaldt. Und Schulze ergänzt: "Die Ratsmitglieder wurden über diesen Rückzug über die Presse informiert. Eine sachgerechte Debatte dazu gab es im Sportausschuss bis heute nicht." Weiterer Kritikpunkt: Für die von zunehmenden Leerständen geprägte Innenstadt habe Nigge noch immer kein Entwicklungskonzept vorgelegt.

Oberbürgermeister Nigge wollte gestern inhaltlich nicht zu der SPD-Kritik Stellung nehmen. Sein Kommentar fiel knapp aus: „Ich nehme das zur Kenntnis und würde mich freuen, wenn sich die SPD an der sachorientierten Gestaltung unserer gemeinsamen Heimatstadt beteiligen würde, anstatt sich in Polemik und Halbwahrheiten zu verlieren.“