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Celle Stadt Celler SPD eröffnet "Doppel-Wahlkampf"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler SPD eröffnet "Doppel-Wahlkampf"
13:00 07.08.2017
Von Gunther Meinrenken
Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Nach dem Wechsel der Grünen-Landtagsabgeordneten Elke Twesten ins Lager der CDU und dem Verlust der rot-grünen Mehrheit im Landtag machten die Celler SPD-Kandidaten aus der Not eine Tugend. Kurzerhand eröffnete der SPD-Landtagsabgeordnete Maximilian Schmidt auf dem Großen Plan vor der Parteizentrale der Celler SPD schon einmal den "Doppel-Wahlkampf".

Für Schmidt ist klar, dass es in Niedersachsen jetzt vorgezogene Neuwahlen geben muss. Ursprünglich sollte im Januar kommenden Jahres gewählt werden. Einen entsprechenden Antrag auf Auflösung des Landtags werde die SPD am kommenden Mittwoch einbringen. Die nötige Zweidrittel-Mehrheit dürfte kein Problem sein, so Schmidt, habe doch die CDU bereits signalisiert, dies ebenfalls für die beste Lösung zu halten. Um das Datum der Bundestagswahl herum, wenn nicht sogar am gleichen Tag, so Schmidts Einschätzung, dürften die Niedersachsen also erneut an die Urnen gerufen werden.

Schmidt gab sich kämpferisch. "Der Wahlkampf in Niedersachsen hat begonnen. Jetzt entscheiden die Bürger und nicht der Verrat", spielte der Celler Landtagsabgeordnete darauf an, dass Twesten unter anderem aus Enttäuschung über ihre Nicht-Nominierung bei den Grünen zur CDU übergelaufen war. Den Christdemokraten wünschte er "viel Freude mit der neuen Kollegin". In diesem Zusammenhang betonte Schmidt, dass die Sozialdemokraten "in Ämter wollen, um sozialdemokratische Politik umzusetzen und um zu gestalten und nicht um des Amtes Willen".

Dass die Mobilisierung der SPD-Anhänger allerdings noch viel Luft nach oben hat, ließ sich daran ablesen, dass nur etwa 40 Mitglieder und Parteifreunde zum Wahlkampfauftakt gekommen waren. Selbst Abgeordnete aus dem Celler Rat und Kreistag hatten sich rar gemacht, nur etwas mehr als ein halbes Dutzend von ihnen war zum Lisa-Korspeter-Haus gekommen. Lühmann schob dies auf das regnerische Wetter und den unglücklichen Termin, der mit der Einschulung zusammenfiel, aber aus organisatorischen Gründen nicht anders hatte gewählt werden können.

Lühmann, die beim Wahlkampfauftakt von Caren Marks, SPD-Bundestagsabgeordnete aus der Region Hannover, unterstützt wurde, stellte heraus, dass die Sozialdemokraten seit 150 Jahren für Gleichheit und Solidarität einstehen würden. Nicht ein Mandat sei ihnen wichtig, sondern die Verwirklichung von Ideen. "Wir kämpfen dafür, dass wir nach der Wahl einen Bundeskanzler Martin Schulz haben", rief Lühmann den SPD-Anhängern abschließend zu.