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Celle Stadt Celler Schlösschen: Gerade renoviert - schon wieder kaputt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Schlösschen: Gerade renoviert - schon wieder kaputt
14:37 15.02.2015
Von Michael Ende
Das frisch renovierte Schlösschen im Französischen Garten bereitet der Stadt wenig Freude. Hier blättert jetzt die Fassaden-Farbe ab. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Wenn die öffentliche Hand ein Bauwerk für viel Geld saniert, dann lohnt es sich für die Bürger, ganz genau hinzuschauen. Diese Erfahrung haben jetzt Celler gemacht, die das Ergebnis der jahrelangen Restaurierungsarbeiten am 1611 erbauten Schlösschen im Französischen Garten bestaunen wollten. Sie stellten gravierende Mängel an der Fassade fest, wie Hannelore Fudeus (CDU) aus dem Altstädter Orstrat berichtet.

„Vor jeder Ortsratssitzung bieten wir ja von der CDU-Fraktion im Ortsrat die Veranstaltung 'Wo drückt der Schuh?' an. Im Vorfeld der jüngsten Sitzung sprach uns dann ein Bürger darauf an, dass am frisch renovierten Schlösschen bereits die Farbe wieder abplatzt“, so Fudeus: „Ich bin dann da mal vorbeigefahren und habe mir das angesehen: An der nordöstlichen Ecke des Gebäudes blättert in bisher noch wenigen Feldern im unteren Bereich die noch neue aprikotfarbene Farbe bereits wieder ab. An diesen Stellen kann man regelrecht hinter die obere Deckfarbschicht fassen und diese abziehen.“

Seit 2011 hatte die Stadt versucht, das Schlösschen wieder für den Kindergartenbetrieb herzurichten. Was lediglich eine Erneuerung der Fassaden-Beschichtung werden sollte, hat sich zu einer kapitalen Gesamtsanierung entwickelt. Unter andrem war man Ende 2013 auf den schlimmsten Feind alter Gebäude gestoßen: den echten Hausschwamm. Ende 2014 war das Schlösschen fertig renoviert – das glaubte man zumindest im Rathaus. „Die Sanierung des einzigartigen Gebäudes hat rund 742.000 Euro verschlungen“, so der städtische Pressesprecher Wolfgang Fischer.

Fudeus kann es kaum fassen, dass jetzt schon wieder Schäden vorliegen: „Wie kann das nach so kurzer Zeit schon wieder sein, nachdem das Gebäude aufwändigst und mit hohen Kosten für die Stadt renoviert wurde? Was ist der Grund? Ist damit zu rechnen, dass die Farbe am gesamten Gebäude entfernt und erneuert werden muss?“

„Der Mangel ist uns bekannt und wird im Rahmen unseres Mängelmanagements abgearbeitet“, sagt Fischer. Es sei „durchaus üblich“, dass nach der Fertigstellung von Bauvorhaben Mängel aufträten, die zum Zeitpunkt der Abnahme noch nicht erkennbar gewesen seien: „Aus diesem Grund haben wir gegenüber der Firma einen Anspruch auf eine für uns kostenlose Mangelbeseitigung. Die Frist für diese sogenannten Mängelansprüche bemisst sich nach der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen bei Bauwerken auf vier Jahre. Wir haben den Mangel daher den beauftragten Unternehmen angezeigt und sie zur Beseitigung des Mangels aufgefordert.“

Zusätzliche Kosten entstünden der Stadt somit nicht, so Fischer: „Es handelt sich – wie bereits erwähnt – um die ganz normale Vorgehensweise beim Auftreten von Mängeln. Hinsichtlich der technischen Ursache sind wir noch in der Klärung. Da der Mangel nur in einem kleinen Bereich aufgetreten ist, handelt es sich wahrscheinlich um einen örtlich eingrenzbaren Ausführungsfehler.“