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Celle Stadt Celler Schüler-Union kritisiert Unkenntlichmachen der Noten
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Schüler-Union kritisiert Unkenntlichmachen der Noten
14:46 02.01.2017
Laura Lehne Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle Stadt

"Man braucht klare Richtlinien, um die passende weiterführende Schule zu finden und das sind Noten in Zahlform“, betont Lehne. Weiterführenden Schulen werde es zudem schwer fallen, Schüler mit siebenseitigen Zeugnissen, in das Leistungsgefüge einordnen zu können.

Die einzige Schule, die bislang mit Bewertungstexten gearbeitet hat, ist die integrierte Gesamtschule in Celle, die bis zur achten Klasse keine Noten vergibt. Lehnes Meinung nach ist es kontraproduktiv, wenn einzelne Schulen aus dem System ausscheren und Lehrer der weiterführenden Schulen, Eltern und die Schüler selbst über die erbrachten Leistungen schlichtweg nicht informiert seien. Die Schulleitungen versteckten die Leistungen hinter seitenlangen Texten und träfen keine eindeutige Aussage zu Noten.

Doch ganz sperrt sich die Vorsitzende der Schüler-Union nicht gegen die Verbreitung von Kompetenzrastern als Zeugnis: "Ein solcher Lernentwicklungsbrief sollte möglicherweise als Ergänzung zu den Noten eingeführt werden. Das ermöglicht den Eltern die erbrachte Leistung problemlos einzuordnen und erhält obendrein noch eine wortreiche Analyse der Leistungen und Fähigkeiten des Kindes.“

Lehnes Stellvertreterin Nele Noltemeyer kritisiert einen weiteren Punkt. Denn es entstehe die große Schwierigkeit, die betroffenen Schüler in weiterführenden Schulen an den „normalen“ Schulalltag zu gewöhnen. Sie erläutert: „Dieses seltene System wird jedem Grundschüler den Umschwung zur weiterführenden Schule erschweren." Es sei eine große Umstellung, plötzlich nach einem strengen eindeutigen Notensystem bewertet zu werden und den täglichen Schulstress kennenzulernen.

"Normalerweise wird man ab der dritten Klasse mit Noten und Klausuren konfrontiert und lernt einen gewissen konstanten Druck kennen. Spaß beim Lernen ist zwar sehr gut und wichtig und sollte auch ständig vorhanden sein, aber man muss auch Klausurphasen kennenlernen, um auf das Leben nach der Schule vorbereitet zu werden", so Noltemeyer. Sie sagt, die betroffenen Schüler könnten später nicht mit der Situation auf der weiterführenden Schule umgehen, währenddessen die neuen Klassenkameraden aus anderen Grundschulen genauso leistungsstarke Ergebnisse erzielten.

Von Dagny Rößler