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Celle Stadt Celler Schüler als Buchkritiker
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Schüler als Buchkritiker
18:14 08.03.2017
Wenn der eine Schüler ein Wort auf der Leserolle nicht erkennen kann, springt der nächste ein (von links): Dennis, John und Kaylee werden in Celle zu Lese-Experten. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Zwölf neue Bücher hat die Bibliotheksgesellschaft den Schülern der fünften und sechsten Klasse angeboten, drei Bücher haben die Kinder der Pestalozzischule schon gelesen. Innerhalb von vier Wochen haben die Sechstklässler im Deutschunterricht "Schwestern" von Autorin Raina Telgemeier gelesen und dazu eine Leserolle gestaltet. Das viele Meter lange Papier haben sie nun in der Stadtbibliothek ausgebreitet und lesen eine handgeschriebene Buchkritik nach der anderen vor. Wenn der eine Schüler ein Wort nicht lesen kann, springt der nächste Schüler für ihn ein.

Als erstes haben sie alle unbekannten Wörter aufgelistet, ganz oben steht "Aquaplaning". Dann hat jeder Förderschüler seine Lieblingsperson beschrieben. "Raina streitet sich oft mit ihrer Schwester, hat Angst vor Schlangen und freut sich, wenn sie ihr eigenes Zimmer bekommt", liest ein Schüler vor. Ein paar Zentimeter weiter erklären die Kinder, was ihnen am Buch besonders gefallen hat. Enrico fand es "lustig und interessant, aber das Buch hätte ein besseres Ende haben können."

Zum "Tagebuch einer Killerkatze" haben die Sechstklässler ein Plakat entworfen und für jeden Tag die Handlung mit eigenen Worten zusammengefasst und illustriert. Als drittes Buch haben sich die Förderschüler "Mein Lotta-Leben – Kein Drama ohne Lama" herausgesucht. Insgesamt haben die Kinder sich als Ziel vier Bücher vorgenommen. "Das letzte Buch soll ein Jungsbuch sein, da es bisher so oft um Mädchen ging", erzählen die Schüler.

John sagt, dass er schon vier Bücher von der Liste der Lese-Experten gelesen hat. "Ich lese gern, besonders, wenn es spannend wird." Er habe auch schon einen Roman mit 400 Seiten gelesen.

"Ich bin stolz auf meine Klasse, wie begeistert sie ihre Texte vorträgt", betont Deutschlehrerin Alice Burje. Dabei mache die Klasse zum ersten Mal bei den Lese-Experten mit. Die bisher in der Schule besprochenen Bücher fielen eher durch ihre Sprechblasen und ihren lustigen Texte auf. Zudem seien diese ganz einfach zu lesen und prägnant in Dialoge verpackt.

"Es freut mich, dass wir intuitiv den richtigen Geschmack getroffen haben", sagt Sabine Richter von der Bibliotheksgesellschaft. "Es braucht aber auch das Engagement der Erwachsenen", betont Erika Trichterborn. Schließlich müssten die Schüler erst im Unterricht dazu gebracht werden, sich gern mit Büchern zu beschäftigen.

Schüler, die vier Bücher gelesen haben, sollen diese auf einem Vordruck bewerten. Über das Buch, das ihnen am besten gefällt, dürfen die Kinder eine kleine Rezension schreiben. Die besten Beiträge werden in der CZ abgedruckt. Mehr Informationen unter www.lese-experten.de oder per E-Mail an info@lese-experten.de

Von Dagny Rößler