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Celle Stadt Celler Schüler lernen richtiges Verhalten im und am Bus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Schüler lernen richtiges Verhalten im und am Bus
18:11 01.07.2014
Gefahr durch toten Winkel: Das demonstrierten die Busfahrer den Jungen und Mädchen der Oberschule Celle I. Quelle: Alex Sorokin
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So sind etwa Eis und Pommes im Bus verboten: "Wenn der Bus stark bremsen muss, dann hat Opa die Pommes im Hemd und Oma das Eis auf der Bluse", erläuterte CeBus-Fahrer Horst Grafunder den Sechstklässlern. "Wir wollen den Schülern beibringen, wie man sich vor und in einem Bus verhält. Als Fahrer erleben wir jeden Tag, dass es teilweise sehr chaotisch zugeht. Da gehen viele Regeln oft unter", so Grafunder.

Ein Schwerpunkt der CeBus-Verkehrserziehung liegt auf dem richtigen Verhalten an der Bushaltestelle. Dazu kam eine Verkehrspuppe mit zotteligen Haaren und Schlabberklamotten zum Einsatz. Ihr Gesicht zierte eine Pappe mit einem Jungengesicht. "Das ist unsere Elsa. Die wurde schon so oft angefahren, dass sie jetzt aussieht wie ein Junge", flachste Grafunder. Die Schüler kicherten.

Doch auf den kleinen Scherz folgte ein ernstes Beispiel: "Erst vor kurzem habe ich ein Mädchen am Schlossplatz angefahren. Ich bin im Schritttempo an die Haltestelle herangerollt. Das Mädchen stand mit dem Rücken zum Bus. Auf einmal setzte sie einen Fuß auf die Straße. Ich hatte keine Chance und habe sie getroffen", sagte der Busfahrer. Die Schüler blickten erschrocken. "Darum ist es ganz ganz wichtig, dass ihr nie zu dicht an der Haltestelle steht. Und bitte immer mit dem Gesicht zur Straße", fügte Grafunder seinen Schilderungen hinzu.

Um zu verdeutlichen, wie schnell ein solcher Unfall an Haltestellen passieren kann, kam "Elsa" zum Einsatz. Der zweite Busfahrer Dieter Schoenemann stieg dazu in sein Fahrzeug und fuhr an die fiktive Haltestelle heran. "Elsa" stand halb auf der Straße, sah den Bus nicht kommen – und wurde angefahren.

"Wir wollen, dass ihr sicher von der Schule nach Hause kommt. Wir haben diese Regeln nicht erfunden, um euch zu ärgern", sagte Schoenemann. Ernst wurde es auch, als die Busfahrer den Schülern den toten Winkel mit einer großen Plane erläuterten. "Wenn ihr auf dem gestrichelten Bereich steht, kann euch der Fahrer nicht sehen", erklärte Grafunder.

Die Schüler nahmen auf dem Fahrersitz Platz, um sich selbst ein Bild zu machen. "Man sieht wirklich nichts. Ich habe nicht gewusst, dass der tote Winkel so groß ist", sagte der zwölfjährige Mariano Pohlmann. Er war zufrieden mit dem Aktionstag: "Es war lustig, aber wir haben auch viele wichtige Informationen bekommen."

Von David Sarkar