Celler Schüler setzen eigene Wahl-Prioritäten
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Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Schüler setzen eigene Wahl-Prioritäten
10:16 06.09.2016
Quelle: CD-Kaserne
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NEUENHÄUSEN. Die Grünen gingen mit 26,6 Prozent ins Rennen und bauten ihre Führungsposition noch auf 37,1 Prozent aus. Großer Gewinner der Veranstaltung war Matthias Krüger von "Die Partei", der sich vom Podium aus 13 Prozentpunkte hart erarbeiten musste, da er viele Nachfragen bekam. Gefühlter Verlierer der Veranstaltung war Daniel Biermann von der AfD, bei dem die Gymnasiasten nicht locker ließen. Seine gerade mal anderthalb Prozent musste er nach der Veranstaltung wieder abgeben. Zahlenmäßig musste vor allem die CDU Federn lassen. Sie stürzte von knapp 22 auf 8,3 Prozent ab. Nur die SPD hielt sich unverändert auf ihrem 14-Prozent-Niveau.

Die Moderatoren Kai Thomsen von der CD-Kaserne und Ralf Leineweber von der CZ wollen mit der Veranstaltung Impulse von Jugendlichen an Jugendliche weitergeben. "Heute zeigen wir, wie sich junge Leute engagieren, Fragen stellen und wählen gehen wollen", erklärte Thomsen.

Mit jeweils nur einer gezielten Frage aus dem Publikum wurden die "alten Hasen" der Celler Kommunalpolitik bedacht. Dankbar über die erste Frage erläuterte Heiko Wundram, wie die Grünen die Mobilitätswende schaffen wollen. "Wir brauchen mehr Verkehr auf der Schiene und für die Gemeinschaft. Und wir müssen weg von fossilen Brennstoffen hin zu elektrischen Antriebstechnologien."

KAV-Absolventin Inga Stephan (SPD) stellte sich bei ihrer Vorstellung voll auf die vor ihr sitzende Zielgruppe ein und forderte ein Netzticket für Schüler auf Kreisebene. Doch ein Schüler interessierte sich besonders dafür, was passiert, wenn eine zweite Gesamtschule im Landkreis Celle eröffnet wird. "Müssten dann die Gymnasien nicht kürzer treten?" Stephan betonte, dass die verschiedenen Schulformen nebeneinander existieren könnten und dies keine Auswirkungen auf die Gymnasien hätte.

Eine Schülerin fragte Alexander Wille von der CDU, wieso Alleinerziehende mehr Steuern zahlen müssen als Verheiratete mit oder auch ohne Kinder. "Ich muss zugeben, dass die aktuelle Steuergesetzgebung ziemlich aus der Zeit gefallen ist", entgegnete Wille.

Nicht locker gelassen haben die Schüler bei Daniel Biermann von der AfD. Sie fragten ihn, was sich die Parteiführung beim Entwurf der Plakate gedacht habe. Er sagte selbst, dass er nicht zu 100 Prozent hinter dem Plakat stehe, auf dem es heißt: "Schwarz, Rot, Gold ist bunt genug." Es sei eher als Persiflage gedacht. Biermann beteuerte, dass nur Migranten abgeschoben werden sollen, die sich ohne Grund in Deutschland aufhalten. Angesprochen auf die Schulpolitik antwortete Biermann, dass ein System so ausdifferenziert sein soll wie möglich – denn umso "sozialer" sei es.

Als klarer Gegner der AfD tritt "Die Partei" auf, auch wenn ihre Wahlplakate viele fragwürdige Inhalte transportieren. "Unser Ziel ist die Machtübernahme. Wir sind nur die Einzigen, die ehrlich sind und das zugeben", betonte Matthias Krüger. Besonders mit dem Slogan "Hier könnte Ihre Meinung stehen", erregte "Die Partei" Aufmerksamkeit bei den KAVlern. Eine Schülerin fragte: "Muss ich erst Mitglied bei Ihnen werden, um mitzubestimmen?" Dies nutzte Krüger direkt, um zum Partei-Stammtisch einzuladen.

Von Dagny Rößler