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Celle Stadt Celler Schüler starten mit Wasserbüffeln in die Geschäftswelt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Schüler starten mit Wasserbüffeln in die Geschäftswelt
19:54 03.03.2017
Von Christian Link
Celle Stadt

Noch können es sich die drei italienischen Wasserbüffel der WaThaerbüffel GbR gut gehen lassen. Im geräumigen Strohstall und auf der Weide des Büffelhofs Heerdes bei Sprakensehl (Landkreis Gifhorn) werden die Tiere mit Roter Beete, Rübenschnitzel und Grassilage gefüttert, damit sie ein Gewicht von mindestens 600 Kilogramm erreichen. Doch die Tage der Rinder sind bereits gezählt. Die Schülerfirma, die sich im Marketingunterricht der Albrecht-Thaer-Schule (ATS) gegründet hat, will die Büffel in Kürze schlachten. Filet, Zungen und Roastbeef sind bereits vergriffen. Doch weil pro Tier rund 250 Kilogramm reines Fleisch abfallen, suchen die jungen Unternehmer noch Interessenten.

„Unsere Unternehmensidee besteht darin, drei Wasserbüffel in der Region extensiv zu halten, zu schlachten und das Fleisch zu vermarkten", erklärt Franziska Heerdes das Projekt, mit dem die Fachschüler für Agrarwirtschaft auf die freie Wirtschaft vorbereitet werden sollen. Jeder Schüler übernimmt unterschiedliche Aufgaben bei Tierhaltung, Buchhaltung oder Vermarktung. Die GbR soll zwar auch einen Gewinn erwirtschaften, vor allem geht es aber um die praktischen Erfahrungen. "Wir haben uns für Wasserbüffel entschieden, weil man Charolais- oder Angus-Rinder inzwischen an jeder Fleischtheke bekommt", sagt Dorothee Görtz. Obwohl in Italien mehr als 170.000 Wasserbüffel zur Mozzarella-Herstellung gehalten werden, sind sie in Deutschland kaum verbreitet. Laut dem Deutschen Büffelverband bewegt sich die Zahl im niedrigen vierstelligen Bereich.

Nach demselben Prinzip wie die WaThaerbüffel funktioniert auch die Duroc Mästhaer GbR. Die Schüler haben mit Eigenmitteln insgesamt 13 reinrassige Duroc-Ferkel gekauft, die sie in einem Stall bei Soltau großziehen. Damit das Fleisch einen ganz besonderen Geschmack erhält, werden die Schweine nicht wie üblich bis 120 Kilo, sondern bis 150 Kilo gemästet. Zu Fressen bekommen die Tiere nur Kartoffeln, Rüben und Getreide sowie Futteralgen, die für einen höheren Omega-3-Fettsäureanteil im Fleisch sorgen.

"In der Schweinehaltung spielt das Duroc-Schwein keine Rolle mehr", weiß Mark Heidmann. Die Industrie wolle möglichst mageres und billiges Fleisch. "Das Duroc-Schwein hat aber einen relativ hohen Fettgehalt und wächst nicht so schnell", sagt Heidmann. Es sei eine Rasse für Feinschmecker.

Die Schülerfirmen verkaufen ihre Produkte in 3 bis 5 Kilogramm schweren Paketen. Das Fleisch der Wasserbüffel kostet 24,50 Euro pro Kilogramm. Es kann unter Telefon (0151) 15247607 und (0170) 5982644 sowie unter wathaerbueffel@web.de bestellt werden. Das Schweinefleisch kostet 15 Euro pro Kilogramm. Bestellungen sind unter durocmästhaer@web.de sowie werktags von 15 bis 20 Uhr per Telefon unter (0160) 5295367 möglich. Die Ausgabe erfolgt im KräuThaer-Laden, Wittinger Straße 76.