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Celle Stadt Celler Schützen sollen ihren Platz behalten
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Schützen sollen ihren Platz behalten
17:14 02.09.2016
Von Michael Ende
Sturmfest und erdverwachsen: Die Celler Schützen wollen ihren Festplatz so behalten, wie er ist. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

"Wir wollen versuchen, die eierlegende Wollmilchsau zu entwickeln“, sagte Stadtbaurat Ulrich Kinder im Bauausschuss und verwies auf den Brief der Schützen: „Uns sind die Anliegen der Schützen sehr wichtig, und wiz wollen versuchen, sie hundertprozentig zufriedenzustellen. Wir wollen alle Interessen unter einen Hut bringen.“

Eigentlich sollte jetzt bei der Fortschreibung der Entwicklungsplanung für die Insel geklärt werden, wie die Bebauung nördlich der Hafenstraße aussehen solle – denn eigentlich war daran gedacht, den Schützenplatz zu bebauen. Doch die Männer und Frauen in den grauen Uniformen meldeten sich zu Wort und pochten auf ihre althergebrachten Rechte.

„Die Allerinsel ist seit fast 600 Jahren die Heimat der Celler Schützen. Schützenhaus und Festwiese sind seit dem 16. Jahrhundert auf der Allerinsel nachgewiesen“, so Oberster Hauptschaffer Norbert Schüpp, der selbst auch CDU-Ratsherr ist, in dem offenen Brief an die Mitglieder des Stadtrates: „Die Schützen akzeptieren ausdrücklich die Idee, mehr Leben auf die Allerinsel zu bringen.“ Bei dem derzeitigen Planungsstand sehe man allerdings wichtige Anliegen der Schützen nicht ausreichend berücksichtigt.

Der Festplatz müsse auch in Zukunft so wie jetzt eine Größe von rund 29.000 Quadratmetern haben, so Schüpp: „Festplatz und Schützenhaus müssen in einem räumlichen Zusammenhang bleiben. Das Schützenhaus ist neben dem Festzelt der Dreh- und Angelpunkt des Schützenfestes.“ Außerdem müsse der Festplatz einen „Rundlauf“ haben: „Das Ikea-Prinzip gilt auch für Festplätze. Alle müssen an allem vorbei, auch wenn man nur Teelichter kaufen will. Durch einen Rundgang kommt jeder Schausteller zu seinem Recht, und es gibt keine B- oder gar C-Lagen.“

Dieser Appell ist nicht ungehört verhallt. Die Rats-CDU hat jetzt beantragt, dass ein Planungsbüro in Zusammenarbeit mit der städtischen Planung eine weitere Variante in Fortschreibung des Rahmenplans Allerinsel entwickeln solle, bei der der Schützenplatz in der bisherigen Lage und Größe erhalten bleibt. CDU-Fraktionsvorsitzender Heiko Gevers: „Diese Variante soll vor einer weiteren Befassung des Rats mit der Rahmenplanung bis Ende des Jahres vorliegen. Ein neuer Planungsentwurf könnte dazu führen, dass die Allerinsel mit möglichst großer Zustimmung entwickelt werden kann.“

Im Bauausschuss hatte Udo Hörstmann (Unabhängige) zunächst darauf gepocht, dass sich nördlich der Hafenstraße gar nichts mehr ändern dürfte. Er forderte, sämtliche weiteren Planungen einzustellen. Darauf wollte sich niemand einlassen. Ein Planungs-Stopp sei „unverantwortlich“, so Joachim Schulze (SPD), der den CDU-Ansatz befürwortete, in direkter Kooperation mit den Schützen weiterzuplanen. „Wir stehen voll dahinter“, so Judith Knabe (Grüne).

Kinder kündigte an, sich bei der Integration der Schützen ins Gefüge der zukünftigen Allerinsel Mühe geben zu wollen: „Wir machen alle Variationen, die Sie wollen. So lange, bis wir eine finden, mit der alle leben könne. Das ist mein Ernst.“