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Celle Stadt Celler Schulen schränken Ganztagsangebot ein
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Schulen schränken Ganztagsangebot ein
22:04 24.08.2017
Von Simon Ziegler
Quelle: dpa (Symbolfoto)
Celle

Wie sensibel das Thema ist, zeigt die Tatsache, dass die Leiter der Oberschulen gegenüber der Presse keine Auskunft mehr geben. Offenbar hat es Druck „von oben“ gegeben. Wie viele Lehrer an den einzelnen Schulen fehlen, was das konkret für den Ganztagsbereich bedeutet – all das wird öffentlich nicht kommuniziert.

Auch der Celler Kreiselternrat hat keine Zahlen. „Die Situation ist heikel. Es war ja schon im vergangenen Schuljahr brenzlig“, sagt der Kreiselternratsvorsitzende Ronald Bahr.

Nach Angaben von Reinhard Toboll, Schulamtsleiter beim Landkreis Celle, ist der Ganztagsunterricht an der Oberschule Hermannsburg eingestellt. Starke Einschränkungen gebe es in Wathlingen und Eicklingen, Einschränkungen an allen anderen Oberschulen. Nur an der Oberschule in Westercelle soll es nach CZ-Informationen so gut wie keine Probleme geben.

Unterdessen bemüht sich die Landesschulbehörde bislang vergebens um Besserung. „Wir haben an den Oberschulen in Celle eine hinreichende Anzahl an Stellen ausgeschrieben, die Anzahl der Bewerber war aber nicht befriedigend. Wir arbeiten weiter daran und prüfen weitere personelle Maßnahmen, unter anderem Abordnungen“, sagte Sprecherin Bianca Schöneich auf CZ-Anfrage. Sie betont, dass der Pflichtunterricht gemäß Stundentafel auch mit der derzeitigen Personalausstattung gesichert sei.

An den Schulen könne es jederzeit zu personellen Veränderungen kommen, da „aktuell noch nicht alle Abordnungen verfügt“ seien, so Schöneich. Um die Löcher zu stopfen, sollen die Gymnasien Lehrer an Oberschulen und diese wiederum an Grundschulen schicken.

Beim Landkreis Celle spricht man von einer Mangelverwaltung, die auf alle Schulen verteilt werde, wie Amtsleiter Toboll sagt. Die Situation wird auch deshalb als so besorgniserregend eingeschätzt, weil sich daran so schnell kaum etwas ändern dürfte – es fehlen schlicht und einfach Lehrer. Befürchtet wird auch, dass die teuren Investitionen der vergangenen Jahre nicht so genutzt werden können, wie das geplant war. „Wir haben zweistellige Millionenbeträge investiert“, betont Toboll mit Blick auf die Mensen, die im gesamten Kreisgebiet gebaut worden sind.

Auch die schwächsten der Schwachen dürften den Lehrermangel zu spüren bekommen: die Inklusionskinder. Schon in den vergangenen Jahren war häufig davon die Rede, dass zu wenige personelle Ressourcen zur Verfügung stehen, um eine vernünftige Inklusion sicherzustellen. Das dürfte sich in diesem Schuljahr sicher nicht gebessert haben.