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Celle Stadt Celler Schweden zieht’s hier her
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Schweden zieht’s hier her
15:17 05.12.2017
Von Michael Ende
Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

Als Dieter Karrasch aus Hermannsburg in der CZ über Kernchen las, war ihm sofort klar: "Das muss doch der Sohn von Mecki sein!" "Mecki", so nannte er seinen besten Freund Klaus-Dieter Kernchen, mit dem er von 1957 bis Anfang der 60er Jahre unzertrennlich war. "Wir haben beide als Mauer gelernt und sind zusammen um die Häuser gezogen", berichtet Karrasch und betrachtet ein Foto, dass die beiden Kumpels in Wuppertal zeigt. "Das war eine schöne Zeit damals."

Nach der Lehre im Landkreis Celle habe es die beiden "hinaus in die Welt" gezogen, sagt Karrasch: "Wir wollten was erleben und sind auf Wanderschaft gegangen." Stationen waren Holzminden und Hameln. Zuletzt seien die beiden in Wuppertal zusammen gewesen. "Dann musste ich zur Bundeswehr, und von Mecki wusste ich nur, dass er zur Marine gegangen und zur See gefahren ist", so der heute 77-Jährige, der zwei Jahre älter als Kernchen war.

"Meckis" Mutter habe in Hermannsburg gelebt, so Karrasch, der vor fünf Jahrzehnten mitbekam, dass sein Freund nach Emden gezogen war und dort auch seine zukünftige Frau kennen lernte: "Dann hörte ich, dass er auf der Fahrt von Plön, wo er einen Unteroffizierlehrgang absolvierte, nach Emden tödlich verunglückt war." Karrasch habe an seinem frischen Grab in Emden Blumen nieder gelegt: "Später wurde er nach Hermannsburg umgebettet und neben seiner Mutter begraben." Das Grab gebe es heute nicht mehr.

Wohl aber die Erinnerungen, die Karrasch gerne mit "Meckis" schwedischem Sohn austauschen möchte. Als Klaus Kernchen auf der fernen Insel Öland davon erfährt, ist er gerührt: "Es ist so unwahrscheinlich, das ein Journalist aus Deutschland hierher für eine Reportage auf die Insel kommt und das Ganze dann so eine Wendung nimmt. Das ist kaum zu glauben." Das alte Foto seines Vaters verblüfft ihn: "Ich erkenne darauf das Gesicht meines ältesten Sohnes wieder – das ist schon unheimlich." Auch den Kontakt zu einem Onkel in Lübeck hat die CZ schon vermittelt. Klaus Kernchen: "Ich bin gerührt. Zur Zeit öffnen sich so viele Türen." Durch die wolle er gehen: "Klar, dass wir nächstes Jahr nach Celle kommen."