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Celle Stadt Celler Soldaten diskutieren mit Politikern
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Soldaten diskutieren mit Politikern
17:04 08.09.2017
Quelle: Michael Schäfer
Celle Stadt

Im Mittelpunkt des Standorttages des Deutschen Bundeswehr-Verbandes (DBwV) stand die Podiumsdiskussion zwischen Henning Otte (CDU), Kirsten Lühmann (SPD), Anja Schulz (FDP), Heiko Wundram (Grünen) und dem DBwV-Bundesvorsitzenden André Wüstner. Im Casino der Immelmann-Kaserne befassten sich die Anwesenden vor allem mit politischen Fragen von militärischem Belang und stellten sich anschließend den Fragen der versammelten Soldaten.

Bevor die teils lebhafte Diskussion entbrannte, ehrte der Verband die Mitglieder Alexis Achilles für 25-jährige und Hans-Joachim Wojtyczka für 50-jährige Mitgliedschaft.

Eingeleitet mit dem Thema „Vertrauenskrise in der Bundeswehr“, bei dem es sich nicht ausschließlich um die umstrittenen medialen Statements der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) drehte, folgten mit bewaffneten Drohnen, dem neuen Cyberkommando und dem künftigen Wehretat weitere militärische Diskussionspunkte.

Beim Eingangsthema „Vertrauenskrise“ herrschte überwiegend Einigkeit unter den Gesprächspartnern. Während Lühmann den Streitkräften ihr Vertrauen aussprach und Schulz eine leistungsfähige Armee für die Außenpolitik für unabdingbar hielt, zog Otte auch den Einsatz der Bundeswehr in der Flüchtlingskrise hinzu. „Immer wenn es eng wird, ruft man nach der Bundeswehr“ so der Verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU- Bundestagsfraktion.

In der Debatte zum Wehretat gerieten Otte und Lühmann aneinander. Die SPD-Politikerin hielt die Einhaltung der von NATO und US-Präsident Trump geforderten zwei Prozent des Gesamtetats für Verteidigungsausgaben für nicht zielführend und lenkte ihren Fokus mehr auf den Etat für Entwicklungszusammenarbeit. Otte pochte darauf, dass die zwei Prozent so wie vereinbart auch erreicht werden müssten.

Der Einsatz eines Cyberkommandos zur Verteidigung im Internet und die Beschaffung bewaffneter Drohnen für die Bundeswehr führte zwischen Otte und Wundram zu hitzigen Wortgefechten. Während Wundram vor Kollateralschäden warnte, stellte Otte den Mehrwert der neuen Cyber-Teilstreitkraft in den Vordergrund und nannte den Einsatz eigener bewaffneter Drohnen eine „Lebensversicherung für die am Boden stationierten Kräfte“.

Celles DBwV-Vorsitzender, Oberstleutnant Heiko Tadge, zeigte sich als Moderator der Runde äußerst zufrieden mit der sehr gut besuchten Veranstaltung. „Die durchaus kontroverse Diskussion zeigte einerseits gleiche Vorstellungen und andererseits sehr große Unterschiede."

Von Stefan Zutz