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Celle Stadt Celler Sommelier Fünftbester bei WM
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Sommelier Fünftbester bei WM
19:42 04.11.2010
Chefsommelier Sebastian Wilkens Quelle: Jan Grothe
Celle Stadt

„Wein verbindet. Diese Verbundenheit war 10 Tage lang in Südafrika zu spüren“, sagt Sebastian Wilkens. Zum ersten Mal fand dort das Finale der Wein-Weltmeisterschaft statt. Wilkens vertrat Deutschland und belegte den fünften Platz. Sieger wurde Christopher Bates aus den USA. Es waren Teilnehmer aus zwölf Nationen angetreten. Das Finale am 16. Oktober bildete den Abschluss eines intensiven Trainings vom 11. bis zum 15. Oktober mit Seminaren, Vorträgen und den Besuch von Weingütern.

„Die Woche war anstrengend, hat aber viel Spaß gemacht“, sagt der 27-Jährige. Wilkens reiste schon zwei Tage früher nach Kapstadt. Verabredet mit den Teilnehmern aus Belgien und den Niederlanden, sah er sich die Stadt an und aß Bobootie Samosas, eine typisch südafrikanische Spezialität. Dazu gab es Wein. Bis zum Finale sollte Wilkens auch fast nichts anderes mehr trinken.

Gezwängt in einen kleinen Bus, ging es früh morgens am ersten Wettbewerbstag los. „So beengt konnte man die Teilnehmer gut kennenlernen“, so Wilkens. Der Weg führte nach Elgin, eine der kühlsten Regionen Südafrikas. Dort verkosteten die Teilnehmer mehr als 35 Weine in einer Stunde. Die nächsten Tage verliefen ähnlich. Mit der Flasche Wein in der Hand ging es durch das afrikanische Land. 250 Weingüter besuchten die Teilnehmer und verkosteten bis zu 100 Weine pro Tag. Die Informationen über die edlen Tropfen, Weingüter und Umgebungen waren prüfungsrelevant. „Da war Konzentration gefragt. Die internationale Ebene ist da zwei Nummern härter“, sagt Wilkens. Diese Härte erwischte ihn auch in Form einer kleinen Erkältung. Erst eine rasante Fahrt durch die Weinberge sowie weitere Weinverkostungen konnten sie besiegen. „Wein ist immer noch die beste Medizin“, sagt der 27-Jährige. Im Finale war er dann aber topfit. Es wurden neben 50 Theoriefragen auch Aufgaben gestellt, wie die Blindverkostung von Weinen. „Ich habe noch bis drei Uhr nachts gelernt“, sagt er. Zum Sieg reichte es aber nicht. „Wir haben den Sieger dann aus Spaß in den Pool geworfen“, erinnert sich Wilkens. Auf der Abschlussparty feierten dann noch alle ausgiebig. „Als der Druck weg war, habe ich mir, bei der Hitze, erstmal ein kühles Bier gegönnt. Danach ging es natürlich mit Wein weiter“, sagt der Sommelier.

Mit seinen Konkurrenten verstand sich Wilkens bestens. „Wir hatten eine großartige Zeit und planen sogar ein WM-Revivaltreffen 2011 in Deutschland“, sagt er. Die gute Stimmung ließ sich der Sommelier auch durch seinen verpassten Rückflug nicht verderben. Durch eine Fehlinformation verpasste er seinen Flieger und hatte somit noch etwas mehr Zeit zum Souvenir-Kauf. „Mit dem nächsten Flug bin ich dann zurückgekommen. Von Jetlag war keine Spur“, sagt er.

Nur zwei Tage später hatte Wilkens abermals Gelegenheit zum Feiern. Er wurde 27 Jahre alt.

Von Jan Grothe