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Celle Stadt Celler Stadtbibliothek: Automatisierung wirkt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Stadtbibliothek: Automatisierung wirkt
17:59 19.03.2017
Von Gunther Meinrenken
Wolfgang Schawohl war bei seiner ersten Nutzung des Selbstverbuchungssystems in der Stadtbibliothek erstaunt, wie schnell und einfach alles ging. Quelle: Oliver Knoblich
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Die Lage hat sich deutlich entspannt. "Viele Kunden hatten zu Anfang Schwierigkeiten mit der Technik. Einige haben gesagt, dann gehen sie jetzt lieber zum Lauensteinplatz. Aber wir haben viel Zeit investiert, um unsere Leser zu schulen. Jetzt klappt es gut", sagt Bibliotheksleiterin Petra Moderow. Die Leserreaktionen bestätigen diese Einschätzung. Einhellige Meinung bei einer Umfrage der CZ unter den Nutzern: Das Selbstverbuchungssystem ist praktisch und spart Zeit. "Und wenn ich einmal eine Frage habe, finde ich ja am Schalter eine Mitarbeiterin, die ich ansprechen kann", so ein häufig geäußerter Satz.

Dass die Stadtbibliothek bei Innovationen vorneweg geht, freut Moderow. Dass Personal eingespart werden soll allerdings nicht. Der Einspareffekt soll sich langfristig ergeben und ihm gingen erst einmal Investitionen voraus. 233.000 Euro hat die Stadt für das Selbstverbuchungssystem inklusive neuer Beleuchtung und einer Sortieranlage für die zurückgegebenen Bücher ausgegeben. "Wir werden niemanden entlassen, sondern werden Stellen nicht wieder besetzen, wenn jemand aus dem Dienst ausscheidet", erklärt Kulturdezernentin Susanne McDowell. Insgesamt würden so 1,2 Stellen sozialverträglich abgebaut.

Insgesamt glaubt McDowell nicht, dass die Stadtbibliothek mit der Automatisierung an Charme verliert. "Sicherlich gibt es Kunden, die gerne auch mit unserem Personal reden. Aber das ist ja weiterhin möglich." Und Moderow verweist auf die vielen Veranstaltungen in der Stadtbücherei. Nur eines bereitet der Leiterin der Stadtbibliothek "Schmerzen". Bei der Sortieranlage plumpsen die Bücher aufeinander, verkeilen sich manchmal und beschädigen Seiten. "Besonders bei Zeitschriften ist das so. Das tut mir schon ein bisschen weh", so Moderow.