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Celle Stadt Celler Stadtfriedhof: Frieden finden zwischen Buchen und Rosen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Stadtfriedhof: Frieden finden zwischen Buchen und Rosen
15:08 12.11.2014
Stadtfriedhof, Rosenfrieden: Die Kapelle auf dem Stadtfriedhof beeindruckt durch ihre zeitlose Architektur. Innen vermitteln Rottöne eine warme Atmosphäre. Quelle: Martina Hancke
Celle Stadt

„Wir wollten einen Ort schaffen, an dem sich Trauernde gern aufhalten“, sagt Julia Cramer, Betriebsleiterin der Feuerbestattungen Celle r. V. auf dem Stadtfriedhof Celle. Heute verbringen Menschen ihre Mittagspause auf dem „Rosenfrieden“, Besucher verweilen auf den mit Rosen umrankten Bänken.

Selbst zu dieser Jahreszeit ist der Urnenwahlgarten mit seinen Pergolen und Laubengängen, den Gräsern und Buchskugeln schön. Im Juni stehen die mehr als 20 Rosensorten in voller Blüte. Stauden und Gehölze ergänzen das Bild. An schmalen Granitstelen sind auf kleinen Bronzetafeln dezent Name und Daten der Verstorbenen vermerkt.

„Nicht selten werden die Grabplätze nach den Rosen, die im Beet gepflanzt sind, zum Beispiel der ‚Heidetraum’, ausgewählt“, weiß Julia Cramer. Zur Beisetzung wird die Rose ausgehoben und nach der Beisetzung wieder eingesetzt. Der Grabplatz kann bereits zu Lebzeiten erworben werden. Die Ruhezeit von 20 Jahren beginnt erst mit dem Tag der Beisetzung. „Gepflegt werden die Gräber durch uns“, so Cramer.

Neben dem „Rosenfrieden“ gibt es auf dem Stadtfriedhof auch in der Buchenallee eine Möglichkeit zur Urnenbestattung. Die Grabstätten befinden sich unter den Bäumen. Der „Rosenfrieden“ entstand vor vier Jahren nach Plänen von Axel Rieger, Fachdienstleiter Friedhöfe der Stadt Celle, und wurde von der Gärtnerei Brosy aus Scheuen umgesetzt. Betreiber der Anlage ist die Feuerbestattung Celle r. V., die auf dem Stadtfriedhof auch das einzige Krematorium Celles ebenso unterhält wie die architektonisch schöne Kapelle mit der angrenzenden Kaffeetafel.

„Wir gehen auf individuelle Wünsche ein“, so die Betriebsleiterin, die sich unter anderem an eine Zeremonie zu Tönen einer Klangschale erinnert. Eine Verabschiedung am offenen Sarg ist ebenso möglich wie die Begleitung des Sarges, bis er nach der Trauerfeier dem Feuer übergeben wird. Auf Wunsch erfolgt noch am selben Tag die Urnenbeisetzung.

Das Krematorium wurde im vergangenen Jahr komplett renoviert und bietet heute einen für Besucher vielleicht überraschend freundlichen Anblick. Bilder an den Wänden und Keramikkunstwerke sorgen für eine angenehme Atmosphäre. „Uns ist ein würdevoller Rahmen wichtig“, sagt Julia Cramer. Am Totensonntag, 23. November, laden sie und ihr Team im Anschluss an den Gedenkgottesdienst Interessierte für Fragen und Führungen von 15.30 bis 17 Uhr ein.

Von Martina Hancke