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Celle Stadt Celler Stadtmarketing ist Stadtsache
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Stadtmarketing ist Stadtsache
18:09 03.03.2015
Von Michael Ende
Events wie etwa Stadtführungen will die Stadt über die CTM auch weiterhin in Eigenregie organisieren. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle Stadt

Tourismus-Vermarktung „aus einem Guss“ unter der Regie der Lüneburger Heide GmbH (LHG) und ohne Celler Stadtmarketing in Eigenregie - dieser jetzt diskutierten Idee erteilt Bernd Zobel (Grüne), Aufsichtsratsvorsitzender der Celle Tourismus und Marketing (CTM), eine klare Absage. Die gerade einmal um vier Prozent gesunkenen Übernachtungszahlen 2014 seien kein Grund zur Panik: „Richtig ist es aber, Ursachenforschung zu betreiben. Das wird auch auf der nächsten Aufsichtsratssitzung geschehen.“

Die LHG sei 2008 gegründet worden und fungiere als Dachorganisation für den Tourismus, erläutert Zobel, der unterstreicht, dass Celle sich keinesfalls „aus dem Lüneburger Verbund ausgeklinkt“ habe. Wer das behaupte, sei schlecht informiert und habe die Materie nicht durchdrungen: „Von Anfang an ist die Stadt Celle LHG-Gesellschafterin und zahlt seit 2014 jährlich 50.000 Euro ein. Bis 2013 belief sich der Beitrag sogar auf 75.000 Euro.“ Celle betreibe allerdings durch die CTM wie etwa Lüneburg auch weiterhin ein eigenes Stadtmarketing: „Das ist nur logisch und nötig - denn die LHG sieht ja ganz ausdrücklich Stadtmarketing nicht als ihre Aufgabe an.“

„Wer sich strategisch an aktuellen Ereignissen auszurichten versucht, der bekommt nie eine Linie in sein Marketing“, erklärt FDP-Fraktionsvorsitzender Joachim Falkenhagen: „Ich gehe davon aus, dass die derzeitigen Vermarkter unserer Stadt von dem, was sie tun, überzeugt sind. Im Übrigen sind sie Fachleute genug, um aus der Entwicklung die richtigen Schlüsse zu ziehen. Daran werden sie sich messen lassen müssen.“ WG-Fraktionsvorsitzender Torsten Schoeps regt an, zunächst die betroffenen Gastgeber über ihre Zufriedenheit mit dem bestehenden Marketing-System und den Zuständigkeiten zu befragen.

„Für eine aufgeregte Debatte und politische Schnellschüsse in Sachen CTM oder LHG sehe ich keine Notwendigkeiten“, sagt Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD): „Es gilt genau zu analysieren und dabei auch die bislang nicht erwähnten Aspekte, wie das deutlich rückläufige Messegeschäft 2014 einzubeziehen sowie die Folgen der Russland- und der Ölpreiskrise, die auch zu einem deutlichen Einbruch aus den Geschäftsreisen der Ölindustrie und aus Russland geführt haben.“

Mende weist auch auf fehlende Hotelkapazitäten hin: „Seit Jahren klagt der Tourismusbereich darüber, dass wir in Celle nicht genug Betten vorhalten. 2014 sind weitere 5,9 Prozent Betten abgebaut worden. So kann man keinen Wachstum organisieren. Wir müssen schauen, dass in Celle nicht nur über den Neubau von Hotels geredet wird, sondern alle Beteiligten dann auch die Voraussetzungen schaffen.“ Mende denkt an die durch Grundstücksgeschäfte vorerst vereitelten Hotelbau-Pläne an der Stelle des St.-Josef-Stifts: „An der Stadt liegt es nicht, wenn sich an der Congress Union noch immer kein Kran dreht.“