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Celle Stadt Celler Stadträtin Schmitt in der Zwickmühle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Stadträtin Schmitt in der Zwickmühle
17:32 06.12.2013
Von Gunther Meinrenken
Celle Drilling Conference Frau Dr. Susanne Schmitt und Wirtschaftsminister Jörg Bode. Quelle: Peter Müller (Archiv)
Celle Stadt

Susanne Schmitt ist seit bald acht Jahren 1. Stadträtin der Stadt Celle – und das möchte sie auch bleiben. Doch nach der verkorksten Kandidatur für die Europawahl im kommenden Jahr, dürfte es für Schmitt nicht so einfach werden, auf diesen Posten zurückzukehren. Möglicherweise – und das dürfte absoluten Seltenheitswert in der Politik haben – muss sie sich sogar auf die eigene Stelle bewerben.

Die zeitlichen Umstände sind es, die aus der Abstimmungsniederlage für die CDU-Landesliste zur Europawahl – Schmitt landete auf dem aussichtslosen 6. Platz – für die 1. Stadträtin ein echtes Dilemma gemacht haben. Denn Schmitts Wahlperiode endet am 31. Oktober. Wäre dies nicht der Fall, könnte sie ohne Schwierigkeiten nach der Europawahl als 1. Stadträtin weitermachen und die CDU könnte sie dann irgendwann zur Wiederwahl vorschlagen. Das hat die CDU auch vor, wie Fraktionsvorsitzender Heiko Gevers mitteilte "Wir können bis nach der Europawahl warten. Wo ist das Problem?", fragte sich Gevers.

Nun, das Problem, das Gevers zwar kennt, aber nicht wahrnehmen will, lautet: Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) spielt nicht mit. Er hat das Vorschlagsrechts für die Besetzung des 1. Stadtrats. Und solange Schmitt für das Europaparlament kandidiert, so Mende, könne er sie dafür nicht in Betracht ziehen.

Ja mehr noch, Mende möchte die Stelle für ein geordnetes Verfahren möglichst früh ausschreiben. Das heißt ein halbes Jahr vorher. Das wäre Ende April, die Europawahl ist jedoch erst am 25. Mai. Das heißt: Bis dahin kann die CDU Schmitt nicht zur Wiederwahl vorschlagen, weil noch nicht endgültig klar ist, ob sie nicht doch ins Europaparlament einzieht. Und wenn die Europawahl gelaufen ist, läuft schon die Ausschreibung.

Schmitt steckt jetzt in einer echten Zwickmühle. Wenn Sie sich nicht auf die Stelle, die sie jetzt schon innehat, bewerben will, müsste sie als Kandidatin für die Europawahl zurücktreten. Doch damit würde sie die Parteifreunde enttäuschen, die ihr diesen Weg ebnen wollten und die Celler CDU nun immerhin in eine aussichtsreiche Position für die Europawahl 2019 gehievt haben.

Welche Lösung aus diesem Dilemma Schmitt anstrebt, weiß man nicht. Ihr Kommentar: "Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren öffentlichen Erklärungen abgeben möchte. Sowohl mit Herrn Mende, als auch mit der CDU habe ich mich abgestimmt und darauf verständigt, dass es zur Zeit nicht erforderlich ist, Entscheidungen zu treffen."