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Celle Stadt Celler Stadtrat Kassel zieht Bilanz
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Stadtrat Kassel zieht Bilanz
12:27 02.01.2017
Von Gunther Meinrenken
Stadtrat Stephan Kassel wird für den Posten des Sozialdezernenten nicht mehr vorgeschlagen. Mitte des Jahres endet seine Amtszeit im Neuen Rathaus. Was er danach machen wird, steht im Augenblick noch nicht fest. Seinen Lebensmittelpunkt möchte er allerdings in der Region behalten. Quelle: Stadt Celle
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Die Bewältigung des Flüchtlingszustroms hat alle Kommunen in Deutschland vor große Herausforderungen gestellt. In Celle habe man sich allerdings schon früh darauf eingestellt. "Ich bin davon überzeugt, dass wir als Celler Stadtgesellschaft insgesamt viel erreicht haben. Ich bin stolz auf dieses allgemeine Engagement sehr vieler Menschen – ein bisschen aber auch darauf, dass wir ein wenig eher als anderswo erkannt haben, dass eine soziale Betreuung der Geflüchteten nötig ist", stellt Kassel fest. Das sei keine freiwillige Aufgabe, die man so eben einmal mitmache. "Es liegt im Interesse unseres guten Zusammenlebens, wenn wir die Integration aktiv gestalten. Die Politik ist uns darin bereits Mitte 2014 auch einstimmig gefolgt. Der Einsatz aller Beteiligten vor allem in 2015 und 2016 war enorm und den einen oder anderen, den ich aus anderen Zusammenhängen kannte, habe ich ganz neu zu betrachten gelernt", sagt Kassel.

Im sozialen Bereich sei es nach Ansicht Kassels gelungen, trotz beständig schwieriger Haushaltslage, niedrigschwellige Hilfs- und Beratungsangebote weitgehend zu erhalten. "Die Arbeit in den Stadtteilen haben wir mit dem Stadtteilmanagement begonnen, zeitgemäß umzubauen. Dadurch werden die gesellschaftlichen Kräfte eingebunden, gebündelt, die Mitverantwortung für den eigenen Stadtteil gestärkt und damit letztlich auch ein höherer Wirkungsgrad erreicht", ist Kassel von diesem Ansatz überzeugt.

In Kassels Aufgabenbereich gehörte auch der Neubau der Feuerhauptwache und die Erweiterung des Betreuungsangebots in Krippe und Kita. "Das von meiner Vorgängerin eingeführte Angebot der flächendeckenden Ganztagsschule erfreut sich weiterhin wachsenden Zuspruchs. Ich meine aber, dass es erforderlich ist, das Angebot zu evaluieren, um es weiterentwickeln zu können. Hierzu erhoffe ich mir die Billigung durch den Rat", so der Stadtrat.

Kassel bedauert, weitere Entwicklungen nicht mehr aktiv mitgestalten zu können. "Gerne hätte ich beispielsweise die Sportentwicklung weiter begleitet. Mit dem Gutachten haben wir wertvolle Hinweise erhalten, die es in den kommenden Jahren gemeinsam abzuarbeiten gilt.

Das gilt auch für die weitere Integration der Flüchtlinge und deren Betreuung, insbesondere dort, wo eine größere Anzahl eine Wohnung gefunden hat. Es empfiehlt sich, hierzu auch Bundesprogramme zur sozialen Stadtentwicklung zu nutzen", meint Kassel. Es werde nun darauf ankommen, Flüchtlinge mit Perspektive in Celle über die Bildung und den Berufseinstieg zu integrieren. Gemeinsam mit Landkreis und Arbeitsagentur sei man hier schon auf dem Weg. "Dauerhafte Perspektiv- und Beschäftigungslosigkeit können wir uns nicht leisten. Das gilt allerdings nicht nur für Flüchtlinge. Es wäre wichtig, die gleichen Instrumente auch im Bereich der übrigen Leistungsbezieher für Langzeitarbeitslose und junge Menschen mit schlechten Berufsausschichten zu nutzen", sagt der scheidende Stadtrat.

Wohin es Kassel zieht, ist noch nicht klar. "Aus familiären und beruflichen Gründen wird der gemeinsame Lebensmittelpunkt von meiner Frau und mir in jedem Fall auch künftig im Raum Hannover-Braunschweig-Lüneburg liegen. Ich werde überlegen, was ich ab Sommer 2017 machen werde, sofern der Weg aus Celle wegführen sollte."