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Celle Stadt Celler Stadtrat muss gehen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Stadtrat muss gehen
20:01 14.12.2016
Von Gunther Meinrenken
Ruderregatta Regatta Aller Celle Rudern Stadtrat Stephan Kassel Quelle: Isabell Prophet (Archiv)
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"Die Ausschreibung wird an zentraler Stelle sehr offen gestaltet. Das heiße ich nicht gut", meinte Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) nach der nicht-öffentlichen Sitzung des VA. Im Kern geht es darum, dass in dem ursprünglichen Text die Bewerber einen Hochschulabschluss in Jura oder in Sozial- oder Geisteswissenschaften vorweisen sollten. "Die Mehrheit im Verwaltungsausschuss hat sich dafür entschieden, dass jetzt irgendein Hochschulabschluss oder die Voraussetzungen für den Höheren Verwaltungsdienst reichen", teilte Mende mit. Das bedeutet: Formal könnten sich auch Mediziner, Pharmazeuten oder studierte Maschinenbauer auf die Stelle bewerben.

"Eine Verwaltung muss in der Spitze breit aufgestellt sein. Dazu gehört auch ein Jurist", meinte Mende vor dem Hintergrund, dass es einen Rechtsexperten unter den Dezernenten nicht mehr geben wird, wenn er selbst im Februar und Kassel Mitte kommenden Jahres abtreten werden. Der neue Oberbürgermeister Jörg Nigge (CDU) ist Wirtschaftswissenschaftler. Außerdem: "Ich fürchte, dass die Kriterien jetzt so offen formuliert sind, dass sich Juristen davon nicht angesprochen fühlen", kritisierte Mende.

Kassel war 2009 vom Celler Rat für die Dauer von acht Jahren zum Stadtrat gewählt worden. Seine Wahlperiode läuft also aus. Über seine Zukunftspläne möchte er konkret nichts sagen. "Gerne hätte ich in meiner bisherigen Funktion weitergearbeitet. Die Entscheidung, die Stelle auch auszuschreiben, akzeptiere ich – das ist keine Frage. Denn das Verfahren zur Wahl und Wiederwahl von Stadträten ist in der Kommunalverfassung detailliert beschrieben, so dass sich jeder am Verfahren Beteiligte darauf einstellen kann. Konkret bedeutet das natürlich, dass ich angesichts dieser Entscheidung auch andere Optionen in Erwägung ziehe.“

Kassel gehört somit neben Mende zu den Verlierern der Kommunalwahl im September. Mende hatte seinem Parteifreund Anfang des Jahres noch signalisiert, ihn zur Wiederwahl vorschlagen zu wollen, so er denn die Oberbürgermeisterwahl gewänne. Doch dem war nicht so. Und Mendes Nachfolger, Jörg Nigge, habe deutlich gemacht, so verriet Mende, dass er die Stelle neu besetzen wolle. Nigge wollte sich zu der Personalie nicht äußern.

Die Ausschreibung soll in Kürze veröffentlicht werden und bis Ende Februar laufen. "Somit ist sichergestellt, dass der neue Oberbürgermeister das Auswahlverfahren begleiten kann", so Mende. Die erste Bewerbungsrunde läuft im anonymen Verfahren.