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Celle Stadt Celler Stadtrat ohne klare Mehrheit
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Stadtrat ohne klare Mehrheit
20:45 12.09.2016
Von Michael Ende
Quelle: Falk Prokop
Celle Stadt

Dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Jürgen Rentsch hätte es nach eigenen Angaben besser gefallen, wenn sich die Anzahl der SPD-Sitze erhöht hätte: „Das war aber leider durch das bundesweite Erstarken der AfD nicht zu erwarten gewesen. Getroffen hat es offensichtlich die kleineren Fraktionen, die jetzt noch kleiner geworden sind. Die CDU hat wohl einen Teil ihrer Wähler von den Unabhängigen zurückerhalten, die nun endlich die Größe haben, die ihrer Bedeutung zusteht.“ Sich anbietende Koalitionen sieht Rentsch auf den ersten Blick nicht: „Die vergangene Ratsperiode hat ja gezeigt, dass es fast immer möglich ist, für kluge sachorientierte Politik auch Mehrheiten zu finden.“ Ein Zusammenarbeiten mit der AfD werde es nach Rentschs Auffassung nicht geben: „Die übrigen Fraktionen werden das hoffentlich ebenso so sehen.“

CDU-Fraktionsvorsitzender Heiko Gevers freut sich über ein gutes CDU-Ergebnis: „Wie auch die FDP konnten wir an Stimmen zulegen, und zwar deutlich. Mit 15 gewählten Mandaten stellen wir die stärkste Fraktion.“ Für die Umsetzung ihrer politischen Vorstellungen werde die CDU bei den anderen Parteien immer wieder Überzeugungsarbeit leisten müssen, um Mehrheiten zu beschaffen: „Für den Wähler eine durchaus interessante Entwicklung, da es keine festen Mehrheitskonstellationen geben wird. Es wird sich das jeweils Beste durchsetzen.“ Die Vertreter der AfD müssten jetzt Verantwortung übernehmen, so Gevers: „Vielleicht wird diese Erfahrung sie dazu bringen, die demokratische Haltung zu entwickeln, die sie zu haben behaupten.“

Für die Grünen sei das Ergebnis „enttäuschend“, so deren Fraktionsvorsitzender Bernd Zobel: „Drittstärkste Kraft und vier Mandate lauteten die Ziele. Die höhere Wahlbeteiligung haben wir nicht in grüne Stimmen umsetzen können. Das Ergebnis der rechtspopulistischen AFD führt dazu, dass jetzt eine Menschen ausgrenzende und völkische Politik Eingang in den Rat findet.“

Auch die FDP habe sich ein besseres Ergebnis erhofft, so deren Fraktionsspitze Joachim Falkenhagen: „Eine Steigerung um nur 0,6 Prozent ist nicht besonders sexy. Aber wir freuen uns darüber, dass wir gegenüber 2011 insgesamt 1150 Stimmen mehr erhalten haben. Dieser Vertrauensbeweis ist wichtig für die Genesung unserer Partei.“

WG-Ratsherr Torsten Schoeps zweifelt indes am Wahlsystem. Ihm falle „unangenehm auf“, dass die WG mit 2563 Stimmen nur noch einen Sitz bekommt, die BSG und die Partei mit insgesamt 2553 Stimmen aber auf insgesamt zwei Sitze kämen: „Gerecht ist das nicht.“

In den neuen Stadtrat gewählt wurden:

CDU: Tim Übermuth, Alexander Wille, Joachim Ehlers, Michael Schwarz, Kathrin Fündeling, Walter Jochim, Rainer Taubenheim, Klaus Didschies, Axel Fuchs, Heiko Gevers, Christian Ceyp, Michael Bischoff, Marianne Schiano, Steffen Weiss, Anneke Hagedorn.

SPD: Gudrun Jahnke, Jürgen Rentsch, Jörg Rodenwaldt, Reinhold Wilhelms, Elmast Süzük, Antoinette Kämpfert, Joachim Schulze, Inga Marks, Patrick Brammer, Michael-Niklas Rühe, Ute Rodenwaldt-Blank, Salhattin Kizilyel.

AfD: Frank Pillibeit, Anatoli Trenkenschu, Michael Fels, Daniel Biermann.

Grüne: Stephan Ohl, Juliane Schrader, Bernd Zobel. FDP: Harald Range, Joachim Falkenhagen.

Unabhängige: Udo Hörstmann, Iris Fiß.

WG: Torsten Schoeps.

Linke: Behiye Uca.

BSG: Oliver Müller.

Die Partei: Dirk Gerlach.