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Celle Stadt Celler Stadtwerke liegen über Soll
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Stadtwerke liegen über Soll
19:08 07.11.2014
Von Gunther Meinrenken
Eine Hochspannungsleitung und Windräder stehen am 04.11.2014 bei Sehnde in der Region Hannover (Niedersachsen). Die Übertragungsnetzbetreiber haben einen überarbeiteten Ausbauplan für das Stromnetz in Deutschland vorgestellt. Foto: Julian Stratenschulte/dpa (zu dpa "Haupt-Stromtrassen bleiben - aber mehrere Korrekturen" vom 04.11.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: Julian Stratenschulte
Celle Stadt

Seit etwa eineinhalb Monaten sind die Stadtwerke Celle nach 14 Jahren Pause wieder Anbieter auf dem Energiemarkt vertreten. Seitdem haben 300 Kunden einen Vertrag für die Lieferung von Strom und 160 von Gas unterschrieben. Auf den ersten Blick hört sich das nicht gewaltig an. Doch Thomas Edathy, Geschäftsführer der Stadtwerke, ist mit diesem Ergebnis mehr als zufrieden. "Damit liegen wir in beiden Bereichen deutlich über unseren Planzahlen."

Ende 2015, so das ausgegebene Ziel der Stadtwerke, möchte man 3000 Strom- und 600 Gaskunden zählen – dann könne man 2016 an Gewinnen etwa 1,7 Millionen Euro an den städtischen Haushalt überweisen, 700.000 Euro mehr als bisher. Heruntergerechnet auf den jetzigen Zeitpunkt würde das 270 Verträge für Strom und 57 für Gas bedeuten. In der ersteren Sparte liegen die Stadtwerke damit aktuell um 11 Prozent über ihrer Zielmarke, bei Gas sogar um 171 Prozent. Beim zu erwartenden Verbrauch der neuen Kunden sehen die Werte noch besser aus mit einer "Planübererfüllung" von 38 Prozent bei Strom und 252 Prozent bei Gas.

Der Kundenzuspruch ist besonders in den vergangenen Wochen gestiegen. Kein Wunder, haben die Stadtwerke doch 28.000 Briefwurfsendungen an die Celler Haushalte verteilt. Die Stromwerbung ist verteilt, die für Gas auf dem Weg. "Wir haben dadurch etwa einen dreimal so hohen Zulauf im Kundenzentrum und Nachfragen am Telefon zu verzeichnen", berichtet Edathy. Die Menschen seien neugierig geworden.

Allerdings, so der Stadtwerke-Geschäftsführer, sei noch viel Aufklärungsarbeit notwendig. "Es haben immer noch sehr viele Celler nicht mitbekommen, dass wir nicht die SVO sind. Es sind sogar SVO-Kunden zu uns ins Kundenzentrum gekommen, die sich gefreut haben, dass sie nun nicht extra zur Sprengerstraße, dem Sitz der SVO, fahren müssen. Einige hatten sogar ihre SVO-Rechnung dabei und wollten, dass wir Fragen dazu beantworten", erzählt Edathy.

Ein bisschen verhagelt hat das Ergebnis der Werbeaktion die Ankündigung der SVO, die Preise für Gas und Strom zu Anfang des Jahres zu reduzieren und den Kunden einen "Vertrauensbonus" auszuzahlen. Dennoch ist Edathy überzeugt, zum Großteil unter den Preisen des lokalen Konkurrenten, auf dessen Kunden es die Stadtwerke maßgeblich abgesehen haben, zu liegen. Etwa 70 Prozent der Stadtwerke-Kunden haben von der SVO gewechselt. "Insgesamt kommen allerdings unsere Neukunden von 32 verschiedenen Anbietern", teilt Edathy mit.

Der Geschäftsführer verspricht, bei Kundengesprächen die Tarife der SVO den eigenen offen gegenüber zu stellen, inklusive den Bonuszahlungen des lokalen Wettbewerbers und auch dessen Kombirabatts wenn dessen Klientel Gas und Strom beziehen. "Wir wollen nicht, dass sich unsere Kunden später über den Tisch gezogen fühlen, als kommunaler Anbieter müssen wir ehrlich sein."