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Celle Stadt Celler Straßen: SPD weitet Kreis der Namen aus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Straßen: SPD weitet Kreis der Namen aus
19:01 04.11.2010
Von Oliver Gatz
Celle Stadt

„Die aktuellen Forderungen nach Straßenumbenennungen entsprechen nicht den tatsächlichen Erfordernissen“, sagt SPD-Ortsvereinsvorsitzender Jürgen Rentsch. „Sie gehen nicht weit genug.“ Es reiche nicht aus, nur die Namen ehemaliger Celler Bürger zu betrachten. Im Stadtbild sollten nur die Namen verbleiben, die auch nach heutigen Kriterien als Vorbilder angesehen werden könnten, so Rentsch. Die Kommission zur Bewertung der Vergangenheit der mit Straßennamen geehrten Personen hat sich lediglich auf Celler Bürger konzentriert.

Von Fritsch sei maßgeblich für die deutsche Aufrüstung vor dem Zweiten Weltkrieg verantwortlich und als demokratiefeindlicher Antisemit bekannt, argumentiert Rentsch. „Von Stülpnagel hat das Lemberger Pogrom zu verantworten und Geiselerschießungen in Frankreich“, führt der SPD-Politiker aus. Zu Rommel lautet Rentschs Meinung: „Er wäre nie in die Ränge gelangt, die er erreicht hat, wenn er nicht ein Anhänger Hitlers gewesen wäre. Er hat sein ganzes militärisches Können in den Dienst des NS-Unrechtssystems gestellt, indem er an dem verbrecherischen Krieg mitgewirkt hat. Eine Abkehr von diesem Denken ist auch durch seinen Selbstmord nicht dokumentiert. Damit taugt auch er nicht als Vorbild für ein demokratisches, selbstbewusstes Deutschland.“

Überdies hält es die SPD für nicht akzeptabel, sich infolge des Strebel-Gutachtens auf den kleinsten gemeinsamen Nenner im Rat zu verständigen. Neben den Namen Hörstmann, Fueß und Miegel seien weitere Namen zu untersuchen. Rentsch: „Die SPD kann sich nach dem Bericht durchaus mit der in der Kommission vertretenen Mindermeinung zur erforderlichen Umbenennung auch im Fall von Heinichen anfreunden und erwartet mit Spannung die weiteren Ergebnisse der noch anhaltenden Untersuchungen von Strebel zu Eichelberg. Wenn sich dort weiteres ergibt, ist auch diese Straße umzubenennen.“ Die gründliche Untersuchung und Auseinandersetzung mit den Namen von geehrten Personen aus der NS-Zeit dürfe nicht in falschen Kompromissen enden, so Rentsch.