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Celle Stadt Celler Systemadministratoren sind Helden im Hintergrund
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Systemadministratoren sind Helden im Hintergrund
22:30 28.07.2016
Lotfi Lamouchi arbeitet im zentralen IT-Betrieb der Niedersächsischen Justiz (ZIB) und betreut 15.000 Kollegen. Jochen Albert (kleines Bild) ist für die Datenverarbeitung der AKH-Gruppe zuständig. In den Krankenhäusern werden alle Schritte von der Aufnahme bis zur Entlassung elektronisch dokumentiert.  Quelle: Jonas Peisker
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Mittlerweile ist elektronische Datenverarbeitung in alle Bereiche des Lebens vorgedrungen, darunter viele von entscheidender Bedeutung. Mit der Ausweitung der Anwendungsgebiete haben sich unzählige Spezialisierungen herausgebildet, sodass sich der einstige Beruf zu einem Sammelbegriff für ganz unterschiedliche Tätigkeiten entwickelt hat. „Systemadministratoren, die alle Aufgaben übernehmen, gibt es kaum noch. Die Systeme sind einfach zu komplex geworden, um über alle Bereiche genau informiert zu sein“, sagt Lotfi Lamouchi, stellvertretender Leiter des Fachverfahrensteams des Zentralen IT-Betriebs der Niedersächsischen Justiz (ZIB).

Der ZIB betreut von Celle aus rund 15.000 Arbeitsplätze in der niedersächsischen Justiz und deren Datennetze. Eine Aufgabe von immenser Bedeutung, denn ausgetauscht werden personenbezogene Daten, die nicht in falsche Hände gelangen dürfen. Lamouchi findet: „Oftmals wird die Tätigkeit von außen nicht stark wahrgenommen. Erst wenn Systeme nicht funktionieren, lenkt es die Aufmerksamkeit auf den Beruf.“ Dass alles fehlerfrei läuft, wird als selbstverständlich angenommen. „Die technischen Details und deren Komplexität zu erklären, ist oft schwierig“, so Lamouchi.

Nicht weniger anspruchsvoll ist die Aufgabe von Jochen Albert, der die IT-Abteilung der AKH-Gruppe leitet. Er sagt: „Der Beruf wird ganz unterschiedlich wahrgenommen. In der AKH-Gruppe genießt die Systemadministration einen recht hohen Stellenwert.“ Fest steht: Ohne Datenverarbeitung würde im Krankenhaus nichts gehen. Von der Aufnahme bis zur Entlassung werden alle Schritte elektronisch dokumentiert. Das fängt an mit dem Einlesen der Krankenkarte, Dokumentation der Diagnose und Behandlung und hört auf mit dem Entlassungsbericht der Ärzte und der Abrechnung.

„Ab und zu bringen Kollegen schon mal etwas als Zeichen der Wertschätzung, wie Kuchen, vorbei“, erzählt Albert. Dennoch komme es auch vor, dass gute, zuverlässige Arbeit ignoriert werde. Dabei erfordert der Beruf ein hohes Maß an Spezialisierung und Fachwissen. Albert sagt: „Mit den Systemadministratoren ist es wie mit den Ärzten. Ein Neurologe kann auch keine Hüfte operieren.“ Was Lamouchi und Albert gemeinsam haben, ist die große Verantwortung, denn ohne reibungslosen Datenaustausch würde der Betrieb stillstehen.

Zumindest einmal im Jahr sollte man sich dessen bewusst werden. Die Organisatoren des Aktionstages behaupten: „Lasst uns ehrlich sein, Systemadministratoren erhalten 364 Tage im Jahr keinen Respekt für ihre harte Arbeit.“ Vorgeschlagen als Ausgleich dafür am verbleibenden Tag werden Kuchen, Eis und individuelle T-Shirts. Kreative Fortsetzung der Liste ausdrücklich erwünscht.

Von Jonas Peisker