Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Celler Talente abseits des Mainstreams
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Talente abseits des Mainstreams
15:46 16.10.2016
Carolin Jurkat spannte in ihren Liedern einen Bogen vom "Zwitschern" über "Nur Mensch" sein bis hin zu "Genug lamentiert" haben. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Ein wenig zwischen Gemeindesaal-Konzert und echter Nachwuchsbühne war der von Volker Mertins mit Unterstützung des Kulturamtes organisierte Abend angesiedelt. Der Mathematiker und Musiker Mertins möchte Cellern, die Lieder schreiben und singen, die Möglichkeit geben, Bühnenerfahrung zu sammeln und sich untereinander kennenzulernen. „Das sind Schritte auf dem Weg zum fertigen Künstler“, blickt er in die Zukunft der acht Protagonisten des Abends. Mit jeweils drei Liedern am Stück geben diese den rund 85 Zuhörern eine Kostprobe ihres kreativen Schaffens – die Entstehungsgeschichte und Gefühlslage im Moment des schöpferischen Prozesses wird in den kurzen Zwischenmoderationen gleich mitgeliefert.

Es sei denn, man verzichtet darauf wie Hendrik Leise, singt mit seiner Band durch, wie er es nennt, und lässt aufhorchen mit den drei Stücken „Der Moment“, „Kleiner Satellit“ und „Ich lasse los“. Sein Name ist weder Programm noch füllt er die Bühne von der ersten Sekunde an, weil er eine Band hinter sich hat.

„Sie wird die Bühnen der Welt erobern“, moderiert Mertins ganz ohne Ironie Karen Wilisch an. Immerhin war es der Klavierlehrer, der ihr das Texten und Komponieren empfohlen hat, ihr Vorbild ist Adele, und die Ankündigung ihres zweiten und dritten Songs kommt alles andere als einer Drohung gleich. Schon zu Beginn „leuchtete Jesus ins Herz hinein“, nach der Pause ist von „Gott im Dunkeln“ die Rede, die Gemeindesaal-Atmosphäre bricht sich zum Schluss vollends Bahn, als alle Musikbegeisterten gemeinsam auf der Bühne „Bless you“ intonieren.

„Das ist hier kein Mainstream, diese Veranstaltung lebt von der Vielfalt, wir haben das ganze Spektrum dabei“, ist Volker Mertins überzeugt – und liegt damit richtig. Von ambitionierten Musikstudentinnen mit Sendungsbewusstsein, plattdeutsch singenden Atemherapeutinnen bis zum Blödelbarden mit Sprechgesang war an diesem Abend wirklich alles vertreten.

Von Anke Schlicht