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Celle Stadt Kann sich Artist vor riesiger Bärenfalle retten?
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kann sich Artist vor riesiger Bärenfalle retten?
18:57 18.12.2018
Von Dagny Siebke
Noch kann Mouez Feriani lachen. Am Freitag wird er in eine Zwangsjacke gesteckt und kopfüber in die Höhe gezogen. Über ihm wird die Zündschnur brennen. Es bleiben dem Artisten 90 Sekunden, bis die Bärenfalle zuschnappt. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Mouez Feriani wird in eine Zwangsjacke gesteckt. Zwei Männer ziehen die Gurte fest. Dann wird der 20-Jährige kopfüber bis unter die Kuppel des Zirkuszeltes gezogen. Über ihm schwebt eine riesige Bärenfalle. Nur ein straff gespanntes Seil hält die spitzen Eisen auseinander. Doch die Zündschnur fängt Feuer. Von nun an bleiben dem Entfesselungskünstler 90 Sekunden Zeit, um sich zu befreien und ein martialisches Gemetzel zu vermeiden.

Mouez Feriani erzählt: „In den vergangenen drei Monaten habe ich die Nummer bestimmt 150 Mal geprobt.“ Die Requisite hat er zusammen mit seinem Vater „Magic Erwin“ gebaut. „Das hat drei Jahre gedauert, weil wir die Bärenfalle sechs oder sieben Mal umbauen mussten, damit alles klappt“, ergänzt er. „Das ist Sekundenarbeit. Wenn ich dort hänge, schießt mir das ganze Blut in den Kopf. In den ersten 40 Sekunden muss ich volle Power geben und mich zu 70 Prozent aus der Zwangsjacke befreien. Das Ganze ist keine Illusion. Bei der Deutschlandpremiere am Freitag setze ich alles auf eine Karte.

"Magic Erwin" als Mentor

Deswegen habe Mouez Feriani in den vergangenen vier Wochen weniger Schlaf bekommen und häufiger geträumt, dass er sich nicht aus der Zwangsjacke retten könne, so der Artist. „Familie und Freunde denken, dass ich einen Schaden habe“, sagt er und lacht. Momentan versuche er noch, seine Mutter zu überreden, auch am Freitag zur Zirkuspremiere zu kommen. „Mein Vater sagt, dass es machbar ist“, betont Mouez Feriani. Schließlich ist „Magic Erwin“ als Mentor immer dabei.

Mouez Feriani war schon von klein auf fasziniert von den Shows seines Vaters. Mit acht Jahren fing der Junge an, sich kleine Fingertricks selbst beizubringen. "Circus Belly ist für mich wie eine zweite Familie", sagt Feriani. Im Alter von elf Jahren stand er schon in der Manege und assistierte „Magic Erwin“. Mit dessen Hilfe entwickelte er im Alter von 13 Jahren seine erste eigene Illusions-Show. Für seine neueste Entfesselungsnummer holte er sich Inspiration von Hans Klok und Magiern, die in Las Vegas auftraten. Für das Jahr 2019 seien zwei, drei neue Nummern in Arbeit für eine eigene Show mit Tänzern, so Feriani.

Celler Weihnachtszirkus wird volljährig

Der Celler Weihnachtszirkus feiert in diesem Jahr mit seinem neuen Programm „Cellebration“ seinen 18. Geburtstag. Dabei sind Rogerio Piva, der jonglierende Einradfahrer auf dem Schlappseil, das Rollschuh-Kunstduo „Challenge“ und Trapez- und Schlaufentuch-Artistin Rosalie Held sowie Balance-Künstlerin Anna Tsarova. Zirkusbesucher können Schimpanse Robby während der Pause einen Besuch hinter den Kulissen abstatten.

Infos zu den Vorstellungen

Circus Belly feiert am Freitag, 21. Dezember, um 16 Uhr Premiere an der Braunschweiger Heerstraße. Dann kostet die Eintrittskarte nur 10 Euro auf allen Plätzen, für die Loge kostet die Karte 15 Euro. Samstags beginnen die Shows 15 und 19 Uhr, sonntags nur 15 Uhr, Heiligabend nur 14 Uhr. Unter der Woche startet der Weihnachtszirkus um 16 Uhr. Am ersten Weihnachtsfeiertag hat jeweils ein Kind in Begleitung eines zahlenden Erwachsenen freien Eintritt. Zum Neujahrstag zahlen Erwachsene Kinderpreise. Am zweiten Januar ist spielfrei. Tickets können unter Telefon (0175) 4144644 bestellt werden. Der Kartenvorverkauf ist täglich von 10 Uhr bis 12 Uhr an der Zirkuskasse möglich.