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Celle Stadt Celler Weihnachtszirkus lässt Raubtiere weg (mit Bildergalerie)
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Weihnachtszirkus lässt Raubtiere weg (mit Bildergalerie)
11:48 18.12.2016
Celle Stadt

Jahr für Jahr kündigt Direktor Klaus Köhler vollmundig an, zum traditionellen Weihnachtszirkus ein völlig neues Programm zu präsentieren. Und in diesem Jahr ist es Circus Belly tatsächlich gelungen, die Celler bei der bereits 16. Auflage noch zu überraschen. Denn die rund zweieinhalbstündige Show „Let it snow“ kam bei der Premiere am Freitagnachmittag ohne Raubtiere aus.

Eine fulminante Show zur Premiere hat Circus Belly auf dem Schützenplatz geboten. Dabei kam das neue Programm "Let it snow" ganz ohne Tiger, Krokodil und Riesenschlange aus. Circus Belly überzeugte mit mehr Clown-Einlagen, mehr Publikumsbeteiligung und mehr Akrobatik.

„Meine Kinder haben vorgeschlagen, die Löwen mal wegzulassen“, erzählt Köhler. „Jetzt wollen wir mal schauen, wie die Resonanz ist.“ Ganz auf Tiger, Krokodile und Riesenschlange müssen die Celler nicht verzichten. In der Pause sind die Raubtiere noch hinter den Kulissen zu sehen – genauso wie der Schimpanse Robby.

Die Pferde, Ponys, Kamele und Lamas gehören nach wie vor zum Programm dazu. Genauso wie das Clown-Trio Avantes mit Publikumsliebling Zippogalli, der nun häufiger die Kinder zum Lachen bringen darf.

Mehr Platz ist auch für anspruchsvolle Akrobatik. Ihre Wickelkünste in schwindelnder Höhe zeigt Seilartistin Olga Guseva aus der Ukraine, die erstmals im Celler Weihnachtszirkus zu sehen ist. Aber auch Gordon Köhler kann seinen gestählten Oberkörper am Seil sehen lassen.

Starjongleur Rogero Piva setzt mit seinen brasilianischen Rhythmen Akzente. Er wirbelt zahlreiche Kegel, Rasseln und Reifen durch die Luft und präsentiert nebenbei noch seinen rassigen Hüftschwung. Nach etwa zehn Minuten bezieht er auch noch das Publikum ein, das ihm gerne die Bälle zuwirft.

Doch kein Celler muss sich in der Manege blamieren. Im Gegenteil. Clown Zippogalli kehrt das Talent der Besucher nach außen, indem er seine eigene Band zusammenstellt: mit Luftgitarre, Luftschlagzeug und Luftsaxofon.

Und ein neues Hoffnungstalent kommt direkt aus der Zirkusfamilie Köhler: Die neunjährige Alisha gibt in Celle ihr Debüt als Kontorsionistin. Gekonnt und routiniert zeigt sie im Scheinwerferlicht, wie biegsam der menschliche Körper sein kann. „Ich hoffe, dass sie mal in meine Fußstapfen tritt“, sagt ihr Großvater Klaus Köhler stolz. Denn neben ihrem Talent für Akrobatik sei sie verrückt nach Pferden.

Dass Circus Belly vorerst auf Raubtiere in der Manege verzichtet, könnte auch an der ständigen Gegenwehr von Peta und Co. liegen. Auch in diesem Jahr verteilte die Celler Ortsgruppe von Animal Rights Watch (Ariwa) Flyer an der Hafenstraße. Vor zwei Jahren gerieten die Artisten und die Tierrechtler noch aneinander. Dieses Mal verlief die Versammlung friedlich. Vier Aktivisten machten mit ihren Plakaten darauf aufmerksam, dass Zirkus kein Spaß für Tiere sei. „Zirkus funktioniert auch ohne Tiere und dafür mit Clowns und Artisten“, betont Michaela Bull. Circus Belly hat es gestern bewiesen.

Von Dagny Rößler