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Celle Stadt Celler Winter war zu mild und zu trübe
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Winter war zu mild und zu trübe
17:24 02.03.2015
So mild wie am Wochenende werden die - Temperaturen in den nächsten Tagen nicht mehr. Quelle: Benjamin Westhoff
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Nass, kalt und windig, so lässt sich die erste Woche des meteorologischen Frühlings zusammenfassend beschreiben. Mit ruppigen Westwinden ziehen in den nächsten Tagen immer wieder kräftige Regengebiete über das Land. Dabei fallen teilweise auch ein paar Schneeflocken. Ab Donnerstag erreichen die Tageswerte mit Winddrehung auf Nordwest in der Südheide voraussichtlich kaum noch fünf Grad und die Nächte werden häufiger frostig. Dann kann es auf den Straßen wieder tückisch glatt werden und besonders in den Frühstunden sind weiße Überraschungen nicht ausgeschlossen. Richtung Wochenende deutet sich steigender Luftdruck an, wodurch die Regen- und Schneefälle seltener werden.

Auch für die zweite Märzwoche gibt es derzeit wenig Hoffnung auf sonniges Frühlingswetter. Das wäre aus klimatischer Sicht auch nicht unbedingt zu erwarten, denn in der ersten Monatshälfte ist eigentlich noch Platz für den so genannten „Märzwinter“. Dass dieser bis zum Monatsende sogar noch richtig eisig werden kann, machte er uns vor zwei Jahren mit einer Jahrhundert-Kältewelle eindrucksvoll klar. Die gute Nachricht: Für ein derart bitteres Szenario fehlen diesmal jegliche Anzeichen.

Wie es die Jahreszeitenprognosen der Wetterdienste schon im Spätherbst andeuteten, endete der meteorologische Winter zwischen Aller und Elbe gut ein Grad zu mild. Im Vergleich zum Klimamittel (1981-2010) schnitt er überwiegend normal feucht aber gebietsweise auch deutlich zu trübe ab. Während im Dezember und Januar atlantische Sturm- und Regentiefs den Ton angaben und die mitgeführten milden Luftmassen das übliche Schneegestöber verhinderten, brachte das letzte Januardrittel den Umschwung.

Durch nördlichere Wetterlagen im Wechsel mit stabilen Hochdruckgebieten zeigte sich der Februar im ersten und zweiten Monatsdrittel von der winterlichen Seite. Ergiebiger Flockenwirbel sorgte örtlich für eine höhere Schneedecke, meistens blieb es aber bei nur wenigen Zentimetern. Der über Nordskandinavien und Nordwestrussland lauernden arktischen Kälte blieb der Weg zu uns auch im Februar versperrt, sodass zweistellige Minusgrade über den ganzen Winter hinweg ein Fremdwort waren. Bemerkenswert war die erhebliche Trockenheit im Februar, die durch standhafte Hochgebiete über Mittel- und Osteuropa verursacht wurde. Dabei verhinderte eine oft zähe Hochnebeldecke vielerorts einen recht sonnigen Winterausklang.

Von Reinhard Zakrzewski