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Celle Stadt Celler bereichern Programm von „DESiMOS Spezial Club"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler bereichern Programm von „DESiMOS Spezial Club"
16:48 10.12.2017
Unterhielten prächtig (von links): Moderator Sascha Korf, „Word of Lehrkraft“ Herr Schröder, Gitarrist Lennart Schilgen, Sängerin Sarah Hakenberg und „Human Jukebox“ Uli Grewe. Quelle: Peter Bierschwale
Celle Stadt

Normalerweise wird diese Veranstaltungsreihe vom Namensgeber selbst moderiert, aber in einem kurzen Video entschuldigte sich DESiMO zu Beginn dafür, diesmal nicht dabei sein zu können. Das machte sich jedoch bei dieser Veranstaltung kaum negativ bemerkbar, denn er wurde von dem Komiker Sascha Korf hervorragend vertreten. Korf moderierte und improvisierte hellwach, sein Publikum hatte er von der ersten Minute an im Griff.

Unter Comedians ist es sehr beliebt, der ersten Sitzreihe zu drohen, sie in ihr Spiel einzubeziehen, was gelegentlich auch mit dem einen oder anderem Zuschauer passiert. Aber Korf schaffte es im Lauf des Abends, die gesamte erste Reihe mit ihren 14 Zuschauern in seinem Auftritt einzubeziehen. Sehr zur Freude des übrigen Publikums verhörte er seine „Opfer“ freundlich, aber bestimmt. Besonders ein Zuschauer, der sich zu seinem Beruf nicht besonders auskunftsfreudig gab, reizte den Komiker immer wieder zu unterhaltsamen Nachfragen.

Doch als dann viele Minuten nach Veranstaltungsbeginn noch ein Pärchen die Halle betrat, wechselte er spontan das Thema und nahm die beiden in den Fokus. Weil sie schon so viel verpasst hätten, wolle er sie auf den aktuellen Stand bringen. Dann lieferte Korf im Schnelldurchlauf eine pointierte Zusammenfassung des bisher Gesehenen, die nicht einfach wiederholte, sondern eine klasse Persiflage seines eigenen Auftritts auf die Bühne brachte.

Viel Unterhaltsames hatte auch Uli Grewe zu bieten, die „Human Jukebox“ mit der Loop-Station. Mit dieser Technik kann man nacheinander mehrere Stimmen aufeinanderlegen, so dass ein einzelner Musiker schließlich eine ganze Band oder einen Chor erklingen lassen kann. Am perfektesten gelang ihm das mit seinem letzten Song „Don´t Worry, Be Happy!“, das Publikum sang und pfiff den Refrain begeistert mit.

Dagegen liefert „Herr Schröder“, die „Word of Lehrkraft“ einen klassischen Comedy-Auftritt als Deutschlehrer, der Verhaltensauffälligkeiten von Lehrern, Schülern und deren Eltern sezierte. Schröder lästerte über seinen Kollegen Sportlehrer, die „Spaßgurke in der Turnhalle“, die ein geistiger Kleingärtner mit Lehrerlaubnis sei, aber auch über „Garagenkinder“, die scheckheftgepflegt seien.

Auch Gitarrist Lennart Schilgen überzeugte mit seinen tragisch-komischen Liedern, und Pianistin Sarah Hakenberg entwickelte in ihren Liedern eine unterhaltsame Form des schwarzen Humors, wenn sie über das „Mondgesicht“ der neuen Liebschaft ihres Ex-Freundes spottete, die eingeschränkte Gestik der Volkmusiker vorführte und schließlich reimte: „Droht dir alles zu entgleisen, höre Florian Silbereisen!“

Von Peter Bierschwale