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Celle Stadt Celler besorgt wegen Geflügelgrippe
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler besorgt wegen Geflügelgrippe
16:19 26.11.2014
Henning Habermann in seinem Legehennenbetrieb: Er ist besorgt wegen der Vogelgrippe. Quelle: Lothar H. Bluhm
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Die Hühner können sich nicht nur im Stall, sondern auch auf einer großen Freifläche bewegen. Normalerweise ist das auch kein Problem, aber in den vergangenen Tagen war Henning Habermann doch in Sorge. Grund sind die Berichte über das Geflügelgrippevirus H5N8. „Man weiß ja noch nicht so ganz genau, ob es wirklich durch Wildvögel übertragen wird, aber bis das geklärt ist, würde ich die Tiere lieber im Stall lassen", sagt Habermann.

Das Problem: Der Landwirt darf es nicht. „Wenn ich das mache, verstoße ich gegen die Haltungsbestimmungen, solange der Landkreis eine Aufstallung nicht anordnet", sagt Habermann.

Kreisveterinär Dr. Heiko Wessel begründet das derzeit noch nicht erlassene Gebot mit engen rechtlichen Grenzen, „die mit der Überarbeitung vor einiger Zeit die Situation leider nicht einfacher gemacht haben". Die Behörde muss einen klaren Zusammenhang zwischen Anordnung und einem Vorfall herstellen. Da die Fälle aber bisher vergleichsweise weit weg von Celle gewesen sind, ist das nicht einfach.

Trotzdem spricht auch Wessel von einer „klaren Bedrohungslage und keiner kann sagen, von welcher Seite der Feind angreifen wird". Der Ausbruch der Krankheit an sehr unterschiedlichen Stellen in den Niederlanden, Großbritannien und Mecklenburg-Vorpommern lege den Schluss nahe, dass noch mehr dieser Viren bei Zugvögeln vorhanden seien.

Für Bleckmar schätzt Wessel die Gefahr nicht so hoch ein, „eher in den Bereichen, in denen es Wasser gibt und die die Vögel ansteuern". Es gelte generell für alle Geflügelhalter, dass auf den Außengeländen kein Wasser oder Futter hingestellt werden darf. Außerdem müssen in den Betrieben mit vielen Tieren die Hygienestandards peinlich genau befolgt werden.

Ist ein Bestand betroffen, müssen alle Hühner getötet werden. „Zwar würden nicht alle Tiere an dem Virus versterben, es würde aber zu einer großen Vermehrung der Virusmenge kommen. Deshalb wird diese Vorsichtsmaßnahme ergriffen", erklärt Wessel. Bisher sei der Erreger in der vorliegenden Form soweit bekannt noch nie auf Menschen übergegangen. „Eine solche Mutation ist extrem selten, letztlich kann man es aber auch nicht komplett ausschließen", so der Kreisveterinär.

Von Tore Harmening