Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Celler demonstrieren für Erhalt der Gymnasien
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler demonstrieren für Erhalt der Gymnasien
18:14 29.05.2015
Von Michael Ende
Symbolisch ließen die Schüler ihre Gymnasien "baden gehen". Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

„Die Bildung geht baden – Schüler, Eltern und Lehrer dulden das nicht“ lautete am Freitag das Motto einer Demonstration auf der Celler Stechbahn. Organisiert hatte die Kundgebung ein „Runder Tisch“ an dem sich Schulelternräte, Schülervertretungen und Personalräte der Gymnasien aus Celle und Lachendorf zusammengetan haben. Die Proteste richteten sich gegen die geplante Novelle des Niedersächsischen Schulgesetzes, deren Auswirkungen nach Einschätzung der Demonstranten „fatal für die Bildung“ sein würden. Im Kern des neuen Schulgesetzes, das die Gesamtschule als Regelschule vorsehe, gehe es um die „Einheitsschule“, hieß es. So werde das Wahlrecht der Schulform ad absurdum geführt. Schlimmer noch: Das Gymnasium, das als derzeit letzte Schulform nicht in das Korsett der „Einheitsschule“ passe, stehe auf der Abschussliste, so die Befürchtung: „Die Gymnasien werden ausgehungert.“

In der Kritik stehen diverse Punkte des neuen Gesetzes wie etwa Mehrarbeit und Lohnverluste für Lehrer, das Entfallen der Laufbahnempfehlung am Ende der Grundschule, der Umstand, dass Schüler auch nach mehrmaligem Wiederholen eines Schuljahrgangs nicht mehr zwangsweise an eine andere Schulform überwiesen werden können und dass die Gymnasien durch die Integrierte Gesamtschule (lGS) ersetzt und so „abgeschafft“ werden solle.

Kreiselternratsvorsitzender Ronald Bahr freute sich, dass rund 500 Teilnehmer zur Demonstration erschienen waren. „Das zeigt, dass alle an einem Strang ziehen“, sagte Barbara Brömmelhörster vom Personalrat des HBG. Mehrarbeit für Lehrer bedeute unterm Strich Lehrerabbau – besonders an den Gymnasien, sagte Ernestinum-Schülerin Audrey Struck: „Andauernd müssen Feuerwehrkräfte einspringen, weil Lehrer fehlen; dazu kommt noch die Inklusion, die auch nur mit mehr Personal funktionieren würde.“

„Wir wollen, dass die Bildungsqualität und die Bildungsvielfalt erhalten bleiben“, meinte Finn Meinecke vom Lachendorfer Gymnasium. Im Hinblick auf die verschiedenen Schulformen gelte: „Gleichberechtigung ja – aber keine Gleichmacherei.“ Ob die Schüler glauben, die Reform noch stoppen zu können? „Wir hoffen es“, so Meinecke. Struck: „Es geht um unsere Zukunft - deswegen stehen wir heute hier.“

Mit einem Lied wandten sich die Schüler an die Entscheider in Hannover. Darin hieß es: „Es ist nur eine Stimme Mehrheit, die zählt – eine solche Regierung wird bald abgewählt.“