Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Celler entsetzt über Stacheldraht
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler entsetzt über Stacheldraht
16:24 02.09.2016
Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

Einige Zuhörer zeigten sich entsetzt, dass der Stacheldrahtzaun um das Gelände erhalten werden soll. "Dann sind die Menschen, die vor Krieg geflüchtet sind, wieder eingesperrt", sagte ein Celler. Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) antwortete, dass die Geflüchteten den notwendigen Schutz verdienten – gerade angesichts der zahlreichen Brandanschläge auf Flüchtlingsheime. "Ich habe keine Lust, dass Celle gleichgesetzt wird mit anderen Orten in Deutschland." Ein Wachdienst werde rund um die Uhr für Sicherheit sorgen.

Eine Frau aus dem Publikum fragte, ob das Schwimmbad auf dem Gelände erhalten bleibe. "Wir werden es nicht betreiben können, da es schon während der Bauzeit für Löschwasser benötigt wird", erklärte Schucht. Draußen werde es für die Kinder aber einen Spielplatz geben.

Ein Besucher erkundigte sich nach Brandschutzregeln. Schuchts Angaben nach werden die Flüchtlinge zentral verpflegt und brauchen deswegen keine Herdplatten in ihren privaten Räumlichkeiten.

Dem neuen Abteilungsleiter der Notunterkunft, Mathias Dannenberg, ist es wichtig, auf die ethnische Herkunft der Flüchtlinge zu achten. Zudem sollen Eltern durch die Kinderbetreuung entlastet werden: "Schließlich sollen sie sich auf die Suche nach einer Beschäftigung konzentrieren können. Nichts ist für sie schlimmer als Langeweile."

Die Zahl der Mitarbeiter in der Zentralen Anlaufstelle am Maschweg hat sich innerhalb der vergangenen 16 Monate von drei auf 17 erhöht. Matthias Peters sagte: Wir brauchen die ehrenamtliche Unterstützung noch ein paar Jahre."Die leitende Sozialarbeiterin Tanja Gakenholz hat zwei Wünsche an die Celler. Erstens soll die Nachbarschaft mehr Nachsicht mit den Neuankömmlingen aus einer anderen Kultur haben. "Die Menschen sind ganz anders sozialisiert und müssen sich an die neuen Gegebenheiten erst noch gewöhnen." Zweitens seien die Sozialarbeiter viel unterwegs in den Stadtteilen. "Wir bekommen nicht alles mit. Wenn Sie Beschwerden haben, dann rufen Sie uns bitte sofort an."

Von Dagny Rößler