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Celle Stadt Celler fährt zu den Hochpässen des Himalaya
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler fährt zu den Hochpässen des Himalaya
13:43 30.07.2014
Von Jürgen Poestges
Hans-Peter Biendarra - startet heute zu seiner Himalaya-Tour. Quelle: Alex Sorokin
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Hans-Peter Biendarra ist sehr angespannt. „Naja, klar mache ich da nach wie vor mit. Aber ich bin jetzt nicht in der Stimmung, laut Hurra zu schreien“, sagt der Mann, der am Mittwoch zu einer großen Tour aufbricht. Er wird 15 Tage lang mit dem Motorrad durch den Himalaya fahren. „Jetzt, wo es so konkret wird, macht man sich schon so seinen Gedanken“, sagt er. „Allerdings habe ich nie daran gedacht, die Tour abzusagen. Dazu sind die Planungen jetzt wirklich schon zu weit gediehen.“ Und irgendwie freut er sich auch auf die Eindrücke – einsame Klöster in den Bergen, viel Landschaft, hohe Pässe und Bergen.

Wenn man allerdings die medizinischen Empfehlungen des Arztes liest, der die Tour begleitet, kann einem schon Angst und Bange werden. Er warnt vor Malaria, Tollwut, Tuberkulose oder Höhenkrankheit – und konstatiert, dass einige davon durchaus tödlich sein können. „Wir mussten einen Reisekrankenversicherung abschließen, die zum Beispiel auch eine Hubschrauber-Evakuierung mit absichert“, sagt Biendarra. Teilweise sei man zwei Tagesreisen von einem Krankenhaus entfernt. „Und man weiß ja nie, was einem auf so einer Tour alles passieren kann.“

Die „Dane Trophy“, benannt nach einem Hersteller von Motorrad-Kleidung, wird die Teilnehmer in Regionen führen, wohin sich selten ein Zweiradfahrer verirrt. „Da sind Pässe auf 3000 bis 5000 Meter Höhe dabei“, schaut Biendarra voraus. „Und wir wissen ja nicht wirklich, wie weit wir kommen werden.“

Im vergangenen Jahr musste die Tour abgebrochen werden, weil eine Geröll-Lawine die Straße blockierte. „Da war keine Weiterfahrt mehr möglich“, weiß Biendarra aus den Erzählungen der Fahrer, die bereits 2013 dabei waren.

Zunächst geht es für den mit dem Flugzeug von Hamburg nach Wien, von dort nach Neu Delhi in Indien. Nach einer Übernachtung geht der Flug weiter ins ebenfalls indische Chandigarh, von wo aus eine einstündige Autofahrt zum eigentlichen Startort Manali führt. Und dann wird es ernst: Gleich die erste Etappe führt über den Rohtang-Pass über eine Höhe von 3978 Metern. Biendarra: „Da geht es gleich zur Sache, da wisse wir schon, was uns erwartet.“ Gefahren wird auf indischen Maschinen, Royal Enfield „Bullett“ mit 500 ccm.

Am 15. oder 16. August wird Biendarra wieder zu Hause sein. Sicherlich um einige Erfahrungen reicher. Denn er weiß: „Bei aller Anstrengung wird es eine Tour werden, bei der ich viel erleben werde.“